Verblisterung: Drei Stunden Ersparnis pro Tag


Redaktion

Angestellte zeigt eine Rolle verblisterter Arzneimittel vor der Blister-Anlage
Die Krankenhausapotheke der Barmherzigen Brüder Linz profitiert von der Unit-Dose-Anlage.KHBBLinz/Baxter

Zeitersparnis und eine niedrige Fehlerquote: Für die Krankenhausapotheke der Barmherzigen Brüder Linz liegen die Vorteile der maschinellen Verblisterung klar auf der Hand. Die Unit-Dose-Anlage hat sich etabliert und beweist die Effizienz der patientenindividuellen Medikamentenverblisterung.

Bereits 2004 führte das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz die individuelle Neuverblisterung ein, seit 2020 gibt es hier die maschinelle Verblisterung auf allen Stationen. Damit war die Unit-Dose-Anlage in Linz die erste in Österreich. 

Fehlerrate von maximal 0,006 Prozent

Sowohl für das Personal als auch für die Patient:innen war die Umstellung von Vorteil: Bis zu 75 Prozent Zeitersparnis in der Pflege, was etwa 3 Stunden am Tag entspricht, konnte festgestellt werden. Bei einer Fehlbefüllungsrate von nur 0,004 bis 0,006 Prozent sei auch die Patientensicherheit erheblich gestiegen. Zudem konnte der Arzneimittelvorrat auf den Stationen um etwa 50 Prozent reduziert werden.

„Gerade in Zeiten, in denen Krankenhäuser unter hohem Effizienz- und Kostendruck stehen, zeigt die Unit-Dose-Verblisterung, dass Digitalisierung gleichzeitig Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit verbessern kann“, so Mag. Gunda Gittler, die die Leitung der Apotheke und den Zentraleinkauf Medikamente BHB Österreich inne hat.

99 Prozent der festen oralen Arzneimittel

„Mit der flächendeckenden Umsetzung der Unit-Dose-Versorgung unterstreichen die Barmherzigen Brüder ihren Anspruch, Digitalisierung gezielt als Hebel für eine sichere, effiziente und nachhaltige Gesundheitsversorgung einzusetzen“, ergänzt Mag. Peter Ausweger, Gesamtleiter Einrichtungen der Barmherzigen Brüder Österreich.

Das patientenbezogene, zeitgenaue Abpacken fester oraler Arzneimittel wie Tabletten oder Kapseln in kleine Säckchen beschriftet mit Namen, Dosierung, Datum und Uhrzeit reduziert das Risiko von Medikationsfehlern massiv. 99 Prozent der festen oralen Arzneimittel können so neuverblistert werden. Die gewonnene Zeit könne in die Pflege der Patient:innen investiert werden, was laut interner Befragung auch beim Pflegepersonal für eine sehr hohe Zufriedenheit mit dem System sorgt.

Bei den Arzneimittel, die sich zum Verblistern eignen, konnte der Verbrauch zudem um ganze 26 Prozent gesenkt werden. Die Apotheke verpackt mit der Anlage von Hersteller Baxter monatlich mehr als 850.000 Tabletten für etwa 4000 Patient:innen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen patientenindividuell. Um diese Masse in hoher Qualität zu schaffen, waren gezielte zeitliche und personelle Anpassungen in der Apotheke notwendig, wie es vom Krankenhaus heißt.



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