Seit fast vier Jahren besitzt Mag. Sonja Kirschner ihre eigene Apotheke. Allerdings wurde das Gebäude in Graz, für das die 60-Jährige die Konzession erhalten hatte, bis heute nicht fertiggestellt. Deshalb versorgen die Inhaberin und ihr zehnköpfiges Team die Kundinnen und Kunden seit der Eröffnung der Calma-Apotheke aus einem Container heraus. Kirschner zeigt, dass das auch auf kleinem Raum gelingen kann.
In acht Containerelementen mit einer Gesamtfläche von rund 115 Quadratmetern ist die Calma-Apotheke von Kirschner untergebracht. Das Arbeiten in einer Container-Apotheke sei jedoch nicht geplant gewesen, sagt die Konzessionärin. Eigentlich wollte sie vor drei Jahren in einem neuen Gebäude inklusive Lebensmittelhandel und Wohnungen ihre Apotheke eröffnen. Aber wegen der Coronazeit stockte das Interesse und noch immer sind Flächen nicht verkauft.

Um ihre Betriebserlaubnis nicht zu verlieren, mietete Kirschner bei Apotheker Andreas Norden aus dem Burgenland eine Container-Apotheke und ließ diese auf der anderen Seite ihrer künftigen Apotheke aufstellen. Der 71-Jährige betreibt eine Apotheke in Weppersdorf und kaufte vor mehr als 30 Jahren für sich selbst Container, um darin übergangsweise seinen Betrieb zu führen. Daraus ist ein Hobby entstanden und heute vermietet er voll eingerichtete Container-Apotheken an Kolleginnen und Kollegen.
„Wir können alles abdecken.“
Kirschner und ihr Team haben sich mit dem Platz arrangiert. In den ersten knapp drei Elementen befindet sich die Offizin, dann komme das Lager mit den Ziehschränken, Kühlschränke, Platz für Bestellungen und das Labor. Am Ende steht das Dienstzimmer. „Wir können alles abdecken.“ Insgesamt ist das Objekt rund 20 Meter lang. Von außen ist es mit ihrer Apothekenmarke und dem passenden Farbton versehen. Am Eingang steht auf einem großen Segel „Apotheke im Container“.
Ein Erfolgsrezept für das Arbeiten auf engem Raum ist auch ein harmonisches Team, wie Kirschner betont. „Das ist sehr wichtig, da wir hier sehr nah zusammenarbeiten.“ Ein Vorteil seien die kurzen Wege. Mit Blick auf ihr Betriebsergebnis sei die Apotheke im Container kein Nachteil. „Deshalb bin ich nicht eingeschränkt“, sagt Kirschner. „Wir fühlen uns hier sehr wohl.“ Das Team sei sehr kompetent und sie habe bereits eine Aspirantin übernehmen können. „Die zweite folgte jetzt auch schon.“
Baustart des Gebäudes noch offen
Wenn sie jedoch an das Bauprojekt und ihre künftige Apotheke denkt, die zwischen 200 und 300 Quadratmeter groß sein soll, kommt sie schon ins Schwärmen. „Natürlich wünscht man sich mehr Offizinbereich, man will ja Ware präsentieren und ein Einkaufserlebnis schaffen. Immerhin sind wir ein Wirtschaftsbetrieb.“ Doch der Bau des Gebäudes liege nicht in ihrer Hand. Deshalb konzentriert sie sich lieber auf das Hier und Jetzt. „Außerdem sind wir Apotheker Anpassungen und flexible Entscheidungen gewöhnt.“
