„Wichtig, für Nachwuchs zu sorgen“


Carolin Ciulli

Inhaberin Karoline Sindelar im Kittel, steht in ihrer Apotheke
Die 42-jährige Karoline Sindelar hat sich in Wien selbstständig gemacht.Armonia Apotheke Wien

Nach dem ersten Tag in der öffentlichen Apotheke stand für Mag. Karoline Sindelar fest: „Das ist genau mein Ding.“ Nach mehreren Jahren als Angestellte suchte die 42-Jährige einen eigenen Betrieb. In Wien im 17. Bezirk fand sie die Armonia Apotheke und übernahm das neunköpfige Team im vergangenen Oktober. Eines ihrer Ziele: Den Betrieb weiterentwickeln.

Sindelar suchte in den vergangenen beiden Jahren aktiv nach einer eigenen Apotheke. Nachdem ihre beiden Kinder aus dem Gröbsten heraus sind, konnte sie wieder einen Fokus auf den Wunsch nach Selbstständigkeit legen. „Ich bin gern in der Apotheke und wollte schon immer eine eigene“, sagt sie. „Mir hat es vom ersten Tag an gefallen.“ Die Arbeit mit Menschen, das Helfen und die Problemlösungen etwa bei Lieferengpässen liegen ihr.

Mit Diagnostik als Leistung punkten

Einen Fokus will sie auf pharmazeutische Leistungen legen. Dazu gehörten etwa auch Checks mit Kapillarblut. „Ich reaktiviere diese Diagnostik“, sagt sie. Eingeführt werde dazu ein Selbstbuchungstool über das Internet. Denn ohne eine fundierte pharmazeutische Beratung von etwa 20 Minuten, könnten die Kundinnen und Kunden nur wenig mit dem Ergebnis anfangen.

Die Diagnostik ist für die Pharmazeutin ein Weg, sich gegenüber Versandapotheken zu behaupten. „Über die Preise werde ich nie gewinnen“, sagt sie. „Wir müssen uns auf unsere pharmazeutische Leistung konzentrieren und aufhören, in der Öffentlichkeit Shop Apotheke & Co. als Konkurrenz zu sehen.“ Der politische Druck müsse sich erhöhen, damit Apotheken dafür bezahlt werden, was sie leisten. „Ich verkaufe nicht die Packung, sondern das, was ich dazu sage. Bezahlte Pharmazeutische Dienstleistungen wie in Deutschland gibt es hier nicht, das ist alles gratis.“

Auf Augenhöhe mit ihren Angestellten

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für Sindelar die Ausbildung. „Es ist wichtig, für Nachwuchs zu sorgen“, sagt die Pharmazeutin, die auch als Prüferin von Aspiranten und PKA tätig ist. Sie selbst beschäftigt mehrere angehende pharmazeutische Fachkräfte. Mit dem Kauf der Armonia Apotheke übernahm sie neun Angestellte. Als Chefin sieht sie sich auf Augenhöhe mit ihren Angestellten. „Es ist ein super tolles Team.“ Neuerungen würden gemeinsam besprochen. „Auch wenn ich jetzt wesentlich mehr arbeite, macht es mich viel glücklicher als zuvor.“ 

Sindelar ist keine Unbekannte: Schon in ihrer Zeit als Angestellte hielt sie zahlreiche Vorträge und schrieb, geprägt von ihrer Liebe zur Fortbildung, Fachartikel. Zudem war sie als Wiener Landesvorsitzende der Angestelltenvertretung FORUM!pharmazie tätig.



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