„Wollte schon als kleines Mädchen Apothekerin werden“


Carolin Ciulli

Nestl-Röschel steht in der Apotheke. Sie trägt einen Mantel und hält viele Inhalatoren in der Hand.
Nach ihrem Aspiranten-Jahr will Nestl-Röschel Erfahrung sammeln und arbeitet zuerst in anderen Betrieben.Nestl-Röschel

Nach 25 Jahren hat Mag. Rosemarie Röschel ihre Jakobus Apotheke an ihre Tochter abgegeben. Die neue Konzessionärin hegte schon immer eine Leidenschaft für Pharmazie. „Bereits als kleines Mädchen wollte ich Apothekerin werden“, sagt Mag. Konstanze Nestl-Röschel. Jetzt ist sie selbst Inhaberin und zeigt, wie man einen eigenen Betrieb und Familie unter einen Hut bringen kann.

Nestl-Röschel verbindet viele Kindheitserinnerungen mit der Apotheke in Krieglach. Anfangs war ihre Mutter dort selbst angestellt. „Ich habe nach der Schule dort die Hefte gestempelt“, sagt die 37-Jährige. Nachdem ihre Mutter den Betrieb in der Steiermark übernommen hatte, war früh klar, dass die Tochter an ihrer Seite stehen wird.

Doch nach ihrem Pharmazie-Studium stieg Nestl-Röschel nicht direkt in den mütterlichen Betrieb ein. „Ich habe in Graz mein Aspirantenjahr absolviert und wollte auch Erfahrungen woanders erwerben“, sagt sie. Im Anschluss war sie vier Jahre gleichzeitig in der Stadt und auf dem Land bei ihrer Mutter tätig. „Man lernt schon viel, wenn man in einer anderen Apotheke arbeitet.“

„Das Familienunternehmen geht mir über alles“

Eine Erkenntnis sei gewesen, dass man als Angestellte mit allen Pflichten immer für den Betrieb arbeite, aber am Ende nicht die Vorteile der Selbstständigkeit genieße. „Mir liegt die Apotheke am Herzen, das Familienunternehmen geht mir über alles.“ Mit dieser Leidenschaft sei jedoch auch ein Nachteil verbunden. „Wenn man für seine Mutter arbeitet, arbeitet man immer mehr als in einem normalen Angestelltenverhältnis.“

Die Vorteile überwiegen jedoch für die junge Mutter. „Ich kann immer die Kummer-Nummer Mama anrufen, wenn ich fragen habe und sie springt freiwillig ein, wenn bei mir das Kind krank ist.“ Eine weitere große Unterstützung sei ihr Mann – wie damals bei ihren Eltern.

Herausforderungen und Blick in die Zukunft

Vor etwa einem Jahr wurde die Übernahme konkret und die rechtlichen Schritte wurden eingeleitet. „Es war jedoch in der Apotheke immer offen auf dem Tisch, dass das passieren wird.“ Ihre 68 Jahre alte Mutter arbeitet weiter in der Apotheke mit. Jetzt ist es Nestl-Röschel selbst, die die Verantwortung trägt. Eine Herausforderung vor Ort sei etwa ein branchenfremder Anbieter aus dem Esoterik-Bereich, der in den Gesundheitsbereich vordränge. Auch Online-Apotheken stünden im Fokus. Mit einem eigenen Webshop will sie sich gegen Shop Apotheke & Co. behaupten. „Wir haben Gott sei Dank noch kein E-Rezept über Shop Apotheke.“

Nestl-Röschel freut sich auf ihre Zeit als Inhaberin und blickt positiv in die Zukunft. „Wir überlegen immer im Team, was man noch anbieten kann.“ Ein weiteres neues Thema sei das Angebot von Point-of-Care-Screenings, um eine direkte Gesundheitsvorsorge vor Ort zu bieten. 



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