ApoKongress Schladming: „Impfen – das pickt jetzt“


Viktoria Gamsjäger

Die Eröffnung des ApoKongress in Schladming. Kammerpräsidentin Mursch-Edlmayr steht auf der Bühne im Dirndl.
Ulrike Mursch-Edlmayr (r.) eröffnet den ApoKongress in Schladming. Das Tagungspräsidium Dr. Markus Zeitlinger (l.) und Mag. Heinz Haberfeld (m.) freuen sich über die zahlreichen Anmeldungen.TARA24

Mit einem klaren Appell an den Mut der Apothekerschaft eröffnete die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Ulrike Mursch-Edlmayr, den diesjährigen ApoKongress in Schladming. Im Mittelpunkt ihrer Rede stand das derzeit viel diskutierte Thema Impfen sowie neue Versorgungsmodelle in Apotheken. „Das pickt jetzt“, betont sie mit Blick auf die geplante Umsetzung.

Mit rund 700 Anmeldungen ist der ApoKongress in Schladming auch in diesem Jahr wieder vollständig ausgebucht. Bei strahlendem Sonnenschein eröffnete Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, den diesjährigen Kongress.

„Ich stehe heute mit einem besonderen Gefühl vor euch“, sagte sie zu Beginn ihrer Rede. „Das Impfen in den Apotheken wurde in den letzten Tagen intensiv diskutiert, nachdem es von der Bundesregierung angekündigt wurde“, erklärte Mursch-Edlmayr. „Die Frau Bundesministerin (Anm. Bundesministerin für Gesundheit Korinna Schumann) wird es auch operativ umsetzen. Das pickt jetzt.“

Aus ihrer Sicht sei dies ein wichtiger Schritt und zugleich „Teil des großen Ganzen für die Gesundheitsversorgung in Österreich“. Die notwendigen technischen Voraussetzungen seien in vielen Apotheken bereits vorhanden, nun gehe es darum, die Umsetzung voranzutreiben. Zudem habe sie in Gesprächen mit politischen Verantwortlichen viel Zustimmung zu diesem Vorhaben wahrgenommen.

Telemedizin als weiterer Baustein

Neben dem Impfen sprach Mursch-Edlmayr auch über neue Versorgungsmodelle in der Apotheke. Als weiteres Angebot im Sinne einer zielgerichteten Patientenstromlenkung sei kürzlich ein neues Projekt gestartet worden. Für Fälle, in denen unterstützte Selbstmedikation und auch der Notfallparagraf ausgeschöpft seien, soll künftig eine telemedizinische Konsultation direkt in der Apotheke möglich sein.

„Die Apotheke kann hierbei ein Gesamtkonzept bieten. Der Tele-Arzt wird konsultiert und die Apotheke kann auch Blutparameter beisteuern. So kann der Tele-Arzt eine Diagnose stellen und gleich eine Therapie einleiten“, erklärte sie. Der Patient könne anschließend unmittelbar sein Rezept erhalten und die Apotheke bereits versorgt wieder verlassen.

Gemeinsam mutig

Der Präsidentin ist bewusst, dass neue Entwicklungen innerhalb der Berufsgruppe auch Unsicherheit auslösen können. „Neue Dinge verunsichern. Neue Wege brauchen viel Mut, wenn man gewohnte Pfade verlässt“, betonte Mursch-Edlmayr. Umso wichtiger sei es, dass die Apothekerschaft gemeinsam hinter den Veränderungen stehe. „Wir brauchen daher alle Apothekerinnen und Apotheker und müssen gemeinsam mutig sein, um uns neu aufzustellen.“ Das übergeordnete Ziel sei es, versorgungswirksam zu sein und die Rolle der Apotheke im Gesundheitssystem weiter zu stärken.

„Portfolio und Angebot verändern sich“

Mit Blick auf die Zukunft der Apotheken machte Mursch-Edlmayr deutlich, dass sich Aufgaben und Angebote weiterentwickeln werden.

„Wir wollen mehr sein als Arzneimittelberater“, sagte sie und verwies auf neue Dienstleistungen und Versorgungsmodelle. Jede Apotheke solle künftig als Teil der regionalen Gesundheitsversorgung entscheiden können, welche Angebote für ihre jeweilige Region sinnvoll seien. „Hat man ein Primärversorgungszentrum nebenan, wird es vielleicht nicht die Telemedizin sein. Gerade Apotheken am Land nehmen ein solches Angebot aber wohl gerne an.“

Die Österreichische Apothekerkammer wolle die Apothekerinnen und Apotheker bei diesem Wandel aktiv unterstützen. Dazu gehörten unter anderem die Klärung des rechtlichen Rahmens sowie entsprechende Schulungsangebote. „Wir begleiten euch. Schritt für Schritt“, so die Präsidentin.

Apotheken seien bereits mitten in einem Veränderungsprozess. „Das Portfolio und das Angebot verändern sich“, sagte Mursch-Edlmayr. Gleichzeitig stellte sie klar: „Die Zukunft sind wir alle.“ Zum Abschluss richtete sie noch einmal persönliche Worte an die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer: „Ich bedanke mich bei euch und freue mich auf eine gute Umsetzung. Wir machen das!“



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