Clarithromycin nicht mit Benzodiazepinen


Nadine Tröbitscher

Tabletteneinnahme
Möglich ist ein Austausch von Alprazolam auf Lorazepam, das ebenfalls zu den Benzodiazepinen gehört, aber nicht über das Isoenzym CYP3A metabolisiert wird. Foto: Serhii/stock.adobe.com

Clarithromycin kommt unter anderem bei Infektionen der Atemwege zum Einsatz. Ist die Einnahme mit Schlafstörungen verbunden, sind Benzodiazepine tabu.

Von der gleichzeitigen Anwendung von Clarithromycin und Benzodiazepinen wie beispielsweise Alprazolam ist Abstand zu nehmen. Der Grund: Das Antibiotikum ist ein starker CYP3A-Inhibitor und Alprazolam wird über das Isoenzym metabolisiert. Somit ist eine Veränderung der Wirkstoffkonzentration von Alprazolam nicht auszuschließen. Die Folge können Verstärkung und Verlängerung der Wirksamkeit sowie der unerwünschten Arzneimittelwirkungen wie Schläfrigkeit, Halluzinationen, Angstzustände oder Atembeschwerden sein.

Wirkstoffcheck

Clarithromycin zählt zu den Makroliden und besitzt bakteriostatische und bakterizide Eigenschaften gegenüber aeroben und anaeroben grampositiven sowie gramnegativen Bakterien. Das Antibiotikum bindet an die ribosomale 50S-Untereinheit der Bakterien und unterdrückt die bakterielle Proteinbiosynthese. Die Tabletten werden üblicherweise zweimal täglich im Abstand von zwölf Stunden unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen.

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen des säurestabilen Methylderivats von Erythromycin zählen Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Geschmacksveränderungen, Magen-Darm-Beschwerden und Hautausschlag.

Alprazolam besitzt angstlösende Eigenschaften und zählt zu den Benzodiazepinen. Der Wirkstoff wird zur symptomatischen Behandlung von Angstzuständen eingesetzt. Alprazolam wird nur verordnet, wenn die Störung schwer oder behindernd ist oder der Patient unter extremen Beschwerden leidet. Dabei sollte die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein und einschließlich der Absetzphase einen Zeitraum von acht bis zwölf Wochen nicht überschreiten. Die Dosierung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung.

Der Wirkstoff überwindet die Blut-Hirn-Schranke und bindet an den GABA-Rezeptor. Somit wird die Wirkung des Neurotransmitters verstärkt. Die häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind unter anderem Schläfrigkeit, Müdigkeit und Schwindel. Außerdem kann eine regelmäßige Einnahme zu Abhängigkeit führen. Ein Grund, warum das Arzneimittel nicht abrupt abgesetzt, sondern ausgeschlichen werden sollte.

Die Lösung

Die Therapiehoheit hat in jedem Fall der Arzt/die Ärztin. Möglich ist ein Austausch von Alprazolam auf Lorazepam, das ebenfalls zu den Benzodiazepinen gehört, aber nicht über das Isoenzym CYP3A metabolisiert wird. Dem Arzneistoff werden ebenfalls angstlösende und beruhigende Eigenschaften zugesprochen, da die Wirkung des inhibitorischen Neurotransmitters verstärkt wird.



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