Nach der vermeintlichen Messerattacke eines Apothekers auf seine Ehefrau in Kottingbrunn (Bezirk Baden) sind neue Details zum möglichen Tatmotiv bekannt geworden. Wie der ORF Niederösterreich berichtet, dürfte ein bevorstehender Haftantritt im Zusammenhang mit der Bluttat stehen.
Der Vorfall ereignete sich am Montag zur Mittagszeit in einem Einfamilienhaus. Der 66-jähriger Apotheker soll dabei seine gleichaltrige Ehefrau mehrfach mit einem Messer attackiert haben. Anschließend hat er laut Polizeiangaben versucht, sich selbst zu töten. Beide wurden schwer verletzt und befinden sich weiterhin in spitalsärztlicher Behandlung. Einvernahmen seien bislang nicht möglich gewesen, sagte Birgit Borns vom Landesgericht Wiener Neustadt in dem Beitrag. TARA24 hat bereits berichtet.
Tat zuvor per E-Mail angekündigt
Wie die Polizei bestätigte, soll der mutmaßliche Täter die Bluttat kurz zuvor per E-Mail an mehrere Stellen angekündigt haben. Aufgrund dieser Nachricht wurden Einsatzkräfte alarmiert, die am Tatort schließlich beide Verletzten vorfanden. Der Mann wird derzeit polizeilich bewacht, die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes laufen.
Verurteilung wegen Untreue
Aus dem Inhalt der vorab versendeten E-Mail lässt sich laut einem Polizeisprecher schließen, dass ein anstehender Haftantritt das Motiv für die Tat gewesen sein könnte. Der Mann war zuvor in einem Strafverfahren rechtskräftig zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt worden.
Dem Urteil lag ein Verfahren wegen Untreue und betrügerischer Krida zugrunde. Das Landesgericht Wiener Neustadt berichtet dem ORF gegenüber, dass der Mann über einen längeren Zeitraum unberechtigt Geld aus einer von ihm mitbetriebenen Apotheke entnommen und im anschließenden Konkursverfahren Vermögenswerte verschwiegen haben soll.
Ermittlungen dauern an
Sowohl der mutmaßliche Täter als auch die schwer verletzte Ehefrau seien operiert worden und weiterhin nicht vernehmungsfähig. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ermittelt wegen versuchten Mordes, weitere Details zum Tathergang und zum Motiv sollen folgen.
