Prednisolon wird in der Rezeptur nicht in halbfesten Zubereitungen verarbeitet, sondern auch in oralen Darreichungsformen. Ein Beispiel ist die Herstellung eines Prednisolon-Saftes, bei der aufgrund von einer Agglomeratbildung Geduld und Zeit gefragt sind.
Prednisolon-Saft kommt im Notfall zur Akutbehandlung einer anaphylaktischen Reaktion, beispielsweise nach einem Insektenstich oder einer Nahrungsmittelallergie, zum Einsatz. Außerdem findet Prednisolon als Lösung zum Einnehmen bei Erkrankungen der Atemwege (Pseudokrupp, Asthma bronchiale) oder zur Substitutionstherapie bei Nebennierenrinden-Insuffizienz Anwendung.
1 und 5 Prozent
Ein Prednisolon-Saft kann zu 1 Prozent und 5 Prozent in der Apotheke hergestellt werden. Verarbeitet wird in beiden Fällen das wasserlösliche Salz Prednisolondihydrogenphosphat-Dinatrium, das im Körper wieder in das aktive Prednisolon umgewandelt wird (1,0 g Prednisolondihydrogenphosphat-Dinatrium entspricht 0,744 g Prednisolon-Äquivalent). Die Substanz besitzt antientzündliche und immunsuppressive Eigenschaften.
Der Vorteil: Prednisolondihydrogenphosphat-Dinatrium ist sehr gut wasserlöslich – lokale Magenreizungen wie durch Prednisolon in alkoholischer Lösung sind dadurch weniger wahrscheinlich. Prednisolon ist in Alkohol ohnehin nur gering löslich.
Geschmack korrigieren
Weil die Rezeptursubstanz einen bitteren Geschmack besitzt, werden ein Geschmackskorrigens (Bananenaroma) und Sorbitol hinzugefügt. Methyl-4-hydroxybenzoat-Konzentrat dient der Konservierung und ermöglicht eine Aufbrauchfrist von sechs Monaten.
Bei der Herstellung kann Methyl-4-hydroxybenzoat-Konzentrat allerdings für Probleme sorgen – eine Agglomeratbildung ist möglich und Geduld und Zeit sind gefragt. Nach kurzem Stehenlassen (etwa 20 bis 30 Minuten) und erneutem Rühren verschwinden die weißen Klümpchen bei Raumtemperatur wieder. Wärmeanwendung wird nicht empfohlen.
pH korrigieren
Zur Einstellung des pH-Wertes (pH 7,1) kommt ein Phosphatpuffer zum Einsatz. Hergestellt wird im Becherglas.
