Gürtelrose: Mentale Gesundheit als Risiko


Depression als möglicher Auslöser für Gürtelrose.AdobeStock_512061183/ryanking999

Seit Pandemiebeginn sind psychische Erkrankungen stark auf dem Vormarsch. Diese mindern nicht nur die Lebensqualität, sondern erhöhen auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herpes Zoster.

730.000 Personen leiden in Österreich an einer Depression. Nach Expertenschätzung ist die Dunkelziffer noch viel höher. Prof. Dr. Christiane Hermann, Professorin für Klinische Psychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, erläuterte beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) mentale Gesundheit als Treiber für Gürtelrose. Sie sieht den Anstieg der psychischen Erkrankung kritisch: “Depressionen beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität – sie gehen auch mit körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen und kognitiven Problemen wie Konzentrationsstörungen einher. Depressionen sind aber auch ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herpes Zoster.”

Alle Altersgruppen betroffen

In einer Metaanalyse wurde gezeigt, dass Erwachsene in allen Altersgruppen eine um 23 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für Herpes Zoster aufweisen. Mögliche Erklärungen für diese Korrelation wären erhöhte Entzündungswerte sowie veränderte Immunaktivitäten, wie etwa eine verminderte T-Zellenaktivierung, die mit einer Depression einhergehen kann.
Außerdem muss vermutlich auch eine reduzierte Impfbereitschaft als Mitursache herangezogen werden. Dieser Faktor wurde bislang in Studien vernachlässigt. „Depressive Menschen leiden oft an Antriebslosigkeit und einem Mangel an Energie, sodass gesundheitsförderliches Verhalten wie z.B. auch Impfverhalten schwer fällt. Hier müssen Ärzt:innen unterstützen und die Wichtigkeit einer Gürtelrose-Impfung für diese Patient:innengruppe in den Fokus rücken.” weist Hermann hin.

Auch Volkskrankheiten steigern Risiko

Neben Depressionen erhöhen auch die sogenannten Volkskrankheiten wie Diabetes, Asthma, COPD oder KHK die Wahrscheinlichkeit, an Gürtelrose zu erkranken. Die Patient:innen zeigen ein durchschnittlich bis zu 30 Prozent höheres Risiko für Herpes Zoster im Vergleich zu Personen ohne die betrachteten Grunderkrankungen.

Grundsätzlich ist die Herpes Zoster Impfung für alle ab dem 50. Lebensjahr empfohlen, bei Risikogruppen schon ab 18. Dazu zählen Personen mit Grunderkrankungen wie angeborener oder erworbener Immundefizienz oder -suppression, Stammzelltransplantation, HIV-Infektion, systemischem Lupus erythematodes, rheumatoider Arthritis, COPD und Asthma bronchiale, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, chronischen Nierenerkrankungen (-insuffizienz), kardiovaskulären Erkrankungen, Diabetes mellitus, hämatoonkologische Patient:innen sowie onkologische Patient:innen.

APAMED



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