Zu den Behandlungsoptionen von Parkinson gehört der Wirkstoff Levodopa (L-Dopa). Dieser könnte künftig aus Plastikmüll gewonnen werden, wie Forschende zeigen.
Parkinson oder auch Schüttellähmung tritt meist zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr auf. Eine genaue Ursache ist bisher noch unbekannt. Klar ist aber, dass Nervenzellen im Gehirn absterben und es am Botenstoff Dopamin mangelt. Dopamin ist an der Bewegungssteuerung beteiligt. Fehlt der Botenstoff, können Bewegungsverlangsamung, Muskelstarre, Zittern oder Störungen im Haltereflex die Folgen sein. Zur medikamentösen Therapie kommen Dopaminagonisten wie Pramipexol oder Ropinirol zum Einsatz, aber auch L-Dopa gehört zu den Mitteln der Wahl.
Levodopa kommt in Kombination mit einem Decarboxylase-Hemmer unter anderem zur Behandlung von Morbus Parkinson und dem Restless-Legs-Syndrom zum Einsatz. Die Aminosäure ist eine Vorläufersubstanz von Dopamin und dient der Substitution eines zentralnervösen Dopaminmangels – Tremor und Rigor kann entgegengewirkt werden. Bei der Anwendung von L-Dopa ist jedoch unter bestimmten Lebensmitteln Vorsicht geboten.
Plastikmüll zur Gewinnung von L-Dopa
Bereits im Sommer letzten Jahres haben Forschende der Universität Edinburgh (Schottland) gezeigt, dass es möglich ist, Paracetamol aus alten PET-Flaschen zu gewinnen. Möglich machen dies Escherichia coli-Bakterien (E. coli). Und genau diese spielen auch bei der Gewinnung von L-Dopa aus Plastikmüll eine Rolle.
Genau wird Polyethylenterephthalat (PET)-Abfall zunächst in die chemischen Bausteine der Terephthalsäure zerlegt. Die entsprechenden Moleküle werden dann durch genetisch veränderte E. coli-Bakterien durch verschiedene biologische Reaktionen in L-Dopa umgewandelt. Durch das Verfahren könnte der Einsatz fossiler Brennstoffe vermindert werden, sodass der Prozess nachhaltiger ist als die herkömmliche Herstellung. Zugleich können Plastikmüll und der darin vorhandene Kohlenstoff somit wiederverwendet werden.
„Diese Arbeit zeigt, wie die biotechnologische Forschung aus Kunststoff gewonnene aromatische Monomere in hochwertige Arzneimittel zur Behandlung neurologischer Erkrankungen beim Menschen umwandeln kann“, fassen die Forschenden zusammen. Nun soll das Verfahren für die industrielle Anwendung optimiert werden. Im Anschluss könnte dies auch auf weitere Produkte wie Aromen, Duftstoffe, Kosmetika und Industriechemikalien ausgeweitet werden. „Das fühlt sich wie der Anfang an. Wenn wir aus einer weggeworfenen Plastikflasche Medikamente für neurologische Erkrankungen.
