Osteoporose: Warnung vor Behandlungspausen


Eine Untersuchung belelgt ein erhöhtes Frakturrisiko bei Behandlungspausen.AdobeStock_585487499/freshidea

In Österreich sind rund 370.000 Frauen und 90.000 Männer von Osteoporose betroffen. Eine neue europäische Studie zeigt, dass längere Pausen bei der medikamentösen Therapie das Risiko für Knochenbrüche erheblich erhöhen können.

Bisphosphonate und das Biotech-Medikament Denosumab sind wirksame Mittel gegen Osteoporose. Doch wie lange sie eingenommen werden sollten, war bislang unklar. Laut der Europäischen Allianz der Rheuma-Gesellschaften werden Bisphosphonate üblicherweise drei bis fünf Jahre verschrieben, gefolgt von einer Behandlungspause.

Deutliche Unterschiede im Frakturrisiko

Erste Hinweise aus den USA deuteten darauf hin, dass solche Pausen das Risiko für Oberschenkelhalsfrakturen, Wirbelkörpereinbrüche und Armbrüche erhöhen. Die Biostatistikerin Magali Laborey aus Bordeaux hat dies nun für Europa bestätigt. Dabei analysierten die Wissenschaftler Daten von 128.000 Frauen aus einem nationalen Register, um die Auswirkungen von Therapieunterbrechungen zu untersuchen. Sie fanden heraus, dass Behandlungspausen bei Osteoporose-Patientinnen relativ häufig sind, oft aufgrund von Bedenken wegen Nebenwirkungen. Im Durchschnitt setzten die meisten Patientinnen die Medikamente nach 3,7 bis 4,8 Jahren ab.

Die Gegenüberstellung der Daten von kontinuierlich behandelten Patientinnen und jenen mit längeren Pausen zeigte klare Unterschiede: Das Frakturrisiko stieg bei Pausen in der Bisphosphonat-Behandlung um 12,4 Prozent, bei Abbruch der Denosumab-Therapie sogar um 92,3 Prozent. Besonders dramatisch war der Anstieg des Risikos für Oberschenkelhalsbrüche – um 19 Prozent bei Bisphosphonaten und um 108,3 Prozent bei Denosumab.

Studienleiterin Magali Laborey warnt daher vor Behandlungspausen, insbesondere bei Denosumab, die Empfehlungen zur Osteoporosetherapie müssten überdacht werden. Die Untersuchung wurde beim Europäischen Rheumatologenkongress (EULAR) in Wien präsentiert.

In Österreich führt Osteoporose jährlich zu rund 14.000 Oberschenkelhalsbrüchen, die die Sterblichkeit im ersten Jahr nach der Fraktur erheblich erhöhen. Die direkten Behandlungskosten und die Rehabilitation der Betroffenen verursachen jährlich Kosten von über 500 Millionen Euro.

APAMED



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