Nobelpreisgekrönte Forschung in der Arzneimittelentwicklung


Viktoria Anderle

Symbolbild: Eine Frau spielt Sich und man sieht ein Neuron mit Lichtschalter angedeutet.
Mithilfe der Optogenetik konnten Forschende neuronale Schaltkreise entdecken, die bestimmte Erinnerungen, Gefühle und Verhaltensweisen steuern und für neurologische und psychiatrische Erkrankungen relevant sind.The Nobel Committee for Physiology or Medicine

Licht als Werkzeug in der Medizin: Die mit dem Medizin-Nobelpreis 2026 ausgezeichnete Optogenetik eröffnet neue Möglichkeiten in der Arzneimittelforschung. Besonders bei der Suche nach Wirkstoffen gegen neurologische Erkrankungen könnte die Technologie eine wichtige Rolle spielen.

Wie der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) in einer Pressemitteilung berichtet, werden die Erkenntnisse der diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel bereits in der pharmazeutischen Forschung genutzt. 

Mithilfe lichtempfindlicher Ionenkanäle lassen sich bestimmte Zellfunktionen gezielt steuern. Dadurch können Forschende im Labor untersuchen, wie Zellen auf unterschiedliche Substanzen reagieren, und vielversprechende Wirkstoffkandidaten für die weitere Entwicklung auswählen. 

Nervenzellen mit Lichtreizen steuern

Die Optogenetik ermöglicht es, die Aktivität bestimmter Nervenzellen mithilfe von Licht gezielt zu steuern. Dazu werden die Zellen mit lichtempfindlichen Proteinen ausgestattet, die auf Lichtreize reagieren und dadurch aktiviert oder gehemmt werden können. Anders als bei herkömmlichen Untersuchungsmethoden lässt sich die Aktivität von Nervenzellen somit nicht nur beobachten, sondern auch gezielt beeinflussen. Auf diese Weise können Forschende untersuchen, welche neuronalen Netzwerke an der Entstehung von Erinnerungen, Emotionen und bestimmten Verhaltensweisen beteiligt sind. In der klinischen Medizin setzen Forschenden die Methode ein, um zu veruschen, das Sehvermögen bei Menschen mit Sehbeeinträchtigung wiederherzustellen.

Entwicklung von Arzneimitteln

Besonders interessant ist die Methode bei der Entwicklung von Arzneimitteln, die auf das Nervensystem wirken sollen. So können beispielsweise potenzielle Wirkstoffe gegen Epilepsie oder Schmerzen an Nervenzellen in Zellkulturen untersucht werden. Darüber hinaus wird erforscht, ob sich optogenetische Verfahren künftig auch unmittelbar zur Behandlung bestimmter Erkrankungen einsetzen lassen. Der vfa sieht in der Auszeichnung ein Beispiel dafür, wie Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung neue Möglichkeiten für die Arzneimittelentwicklung eröffnen können.



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