Trump startet Online-Plattform für Medikamente


Redaktion

Symbolbild: Tablettenblister im Einkaufswagen
Für die Ausnahme von US-Zöllen werden Arzneimittelpreise gesenkt. So will Trump gegen hohe Arzneimittelpreise in den USA vorgehen.Aria Armoko/AdobeStock_1858986730

US-Präsident Donald Trump hat seine neue Online-Plattform „TrumpRx.gov“ für günstigere Medikamente offiziell gestartet. „Die Menschen werden viel Geld sparen und gesund sein“, sagte Trump bei der Vorstellung der Plattform im Weißen Haus. Die Website sei Teil der Bemühungen des Präsidenten, die hohen Arzneimittelpreise in den USA zu senken, teilte das Weiße Haus mit.

Das Angebot basiert auf einer Einigung mit 16 großen Pharmakonzernen. Diese erhalten Ausnahmen von US-Zöllen und senken im Gegenzug die Preise für das staatliche Medicaid-Programm sowie für Selbstzahler über die neue Plattform. Zu den beteiligten Unternehmen gehören unter anderem Pfizer, AstraZeneca, Merck und GSK.

Fokus auf Arzneimittel gegen Fettleibigkeit

Ein Fokus liegt auf Medikamenten gegen Fettleibigkeit von Eli Lilly und Novo Nordisk. Die Regierung hatte erklärt, die Preise würden hier auf durchschnittlich 149 bis 350 Dollar im Monat sinken. Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk bestätigte, dass Patienten über die Plattform Zugang zu den Mitteln Ozempic und Wegovy zu Selbstzahler-Preisen erhalten. Dies gelte auch für die neue Wegovy-Tablette. Dem Fachportal „STAT News“ zufolge wickelt die Seite keine Direktverkäufe ab, sondern nutzt die Technologie der Rabatt-Plattform GoodRx, um Patienten an Händler zu vermitteln.

Zielgruppe: Menschen ohne Versicherung

Das Angebot zielt vor allem auf Kunden ohne Versicherungsschutz ab. Experten mahnten jedoch zur Vorsicht. „Es stellt sich wirklich die Frage, welchen Wert dies für Menschen mit Versicherung hat“, sagte Juliette Cubanski, stellvertretende Direktorin für Medicare-Politik bei der Gesundheitspolitikorganisation KFF. In einigen Fällen könne man es mit Eigenbeiträgen zu tun haben, die für viele Menschen immer noch relativ unerschwinglich seien, fügte sie hinzu.

Keine staatliche Preisregulierung

US-Patienten zahlen für Arzneien oft fast dreimal so viel wie Menschen in anderen Industrieländern. In den USA fehlt eine zentrale staatliche Preisregulierung, erklärt der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (PHARMIG) in einer Analyse. Dadurch können Pharmaunternehmen ihre Preise weitgehend eigenständig festsetzen. In den USA sind verschreibungspflichtige Arzneimittel im Durchschnitt etwa 2,5‑ bis knapp 3‑mal so teuer wie in anderen Ländern.

In Europa hingegen werden Arzneimittelpreise häufig durch Verhandlungen mit öffentlichen Stellen oder Sozialversicherungssystemen bestimmt, was zu geringeren Kosten führt. In den USA gelangen Generika und Biosimilars zudem oft verzögert auf den Markt, wodurch der Wettbewerbsdruck geringer bleibt. Zusätzlich erhöhen komplexe Rabatt- und Vertriebssysteme mit zahlreichen Zwischenhändlern die Listenpreise. Auch die bedeutende Rolle des US-Marktes bei der Finanzierung von Forschung und Entwicklung wirkt sich auf das hohe Preisniveau aus.

APAMED/ PHARMIG



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