In einer drastischen Kehrtwende hat die US-Regierung von Präsident Donald Trump den staatlichen Impfplan für Kinder überarbeitet. Wie das US-Gesundheitsministerium nun mitteilte, soll die Zahl der für alle Kinder empfohlenen Impfungen künftig gesenkt werden.
Zu den Impfungen, die nun nicht mehr allgemein empfohlen werden, gehören jene für Rotaviren, Hepatitis A, Hepatitis B und RSV-Infektionen. Ähnliche Entscheidungen waren zuvor von vielen Experten kritisiert worden. Die Reform steht im massiven Widerspruch zu den seit Jahren bewährten und wissenschaftlich fundierten Empfehlungen zur Senkung von Krankheiten durch Routine-Impfungen. Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatte die Impfkommission mit der Überprüfung der mehr als 30 Jahre alten Regeln beauftragt. Der Neffe des früheren Präsidenten John F. Kennedy gilt als ausgewiesener Impfskeptiker, er brachte Immunisierungen etwa mit Autismus bei Kindern in Zusammenhang. Dies ist jedoch nicht wissenschaftlich erwiesen.
Widersprüchliche Aussagen
Kennedy selbst hat sich über die Jahre immer wieder widersprochen. So behauptet er vor fünf Jahren in einem Podcast, dass „keine“ Impfung sicher ist. In einem anderen Interview meinte er, dass er „jeden Preis“ dafür bezahlen würde, die Impfungen seiner Kinder rückgängig zu machen. Später erklärte er vor dem Senatsausschuss, dass Impfungen Millionen Leben gerettet hätten. Seit seiner Einstellung als Gesundheitsminister hat er ohne wissenschaftliche Belege behauptet, dass die obligatorischen Kinderimpfungen gegen Polio und Masern zu Autismus führen könnten.
Impfskepsis steigt
Hintergrund ist eine steigende Impfskepsis in den USA. Fachleute warnen vor einer Rückkehr potenziell tödlicher Krankheiten, die durch Impfungen im Kindesalter als weitgehend ausgerottet galten. In diesem Jahr erlebten die USA den schlimmsten Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren, mit mehr als 1.400 Fällen.
In den USA sind einige Impfungen wie die gegen Masern, Mumps und Röteln für die Einschulung verpflichtend, andere werden dringend empfohlen. In zahlreichen US-Staaten können Eltern ihre Kinder jedoch befreien lassen, etwa aus religiösen Gründen.
APAMED
