Der Dry January ist eine internationale Aktion, bei der viele Menschen im Jänner bewusst auf Alkohol verzichten. Der Verzicht gewinnt an Bedeutung, da Alkohol ein Zellgift ist und bereits geringe Mengen gesundheitliche Risiken bergen. Gleichzeitig liegt das Preisniveau für Alkohol in Österreich im Vergleich zur Europäischen Union um 11 Prozent unter dem Durchschnitt.
Österreich unter Top Drei
Bier, Wein und Spirituosen sind in Österreich verglichen mit anderen europäischen Staaten günstig zu haben. Die Preise für alkoholische Getränke im Einzelhandel lagen im Oktober 2025 um 11 Prozent unter dem Durchschnitt der Staaten der Europäischen Union (EU), wie aus einer Auswertung des deutschen Statistikamts anlässlich des „Dry January“ hervorgeht. Nur in Italien und Deutschland waren alkoholische Getränke noch günstiger.
In Finnland war das Preisniveau für Alkohol EU-weit am höchsten, zeigt die Auswertung. Dort lag es um 110 Prozent über dem EU-Durchschnitt. In Dänemark kosteten alkoholische Getränke 23 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt. Auch in Belgien (plus 13 Prozent) und in Polen (plus 9 Prozent) war das Preisniveau für Alkohol höher. Frankreich, die Niederlande und Luxemburg lagen ungefähr im EU-Durchschnitt.
Problematischer Alkoholkonsum
Daten der Dialogwoche Alkohol zeigen, dass in Österreich rund 5 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren als alkoholabhängig gelten. Darüber hinaus gibt etwa jede siebte Person an, Alkohol in problematischem Ausmaß zu konsumieren – das betrifft insgesamt rund eine Million Menschen. Besonders auffällig ist die Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen: In dieser Gruppe weisen 13 Prozent ein gesundheitsgefährdendes Trinkverhalten auf. Konkret bedeutet das einen täglichen Konsum von mehr als zwei großen Bier bei Frauen beziehungsweise mehr als drei großen Bier bei Männern.
Bei Jugendlichen ist der Alkoholkonsum insgesamt rückläufig. Dennoch trinken weiterhin rund 20 Prozent der 14- bis 17-Jährigen mindestens sechs Mal pro Monat alkoholische Getränke.
Alkohol – kein harmloses Genussmittel
Trinkalkohol, fachlich als Ethylalkohol bezeichnet, wirkt als Zellgift. Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand gibt es keine Alkoholmenge, die als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden kann. Bereits geringe Mengen stehen mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen wie Speiseröhrenkrebs, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang. Ein langfristiger Konsum kann zudem zur Entwicklung einer Fettleber oder Leberzirrhose beitragen und das Risiko für Leberkrebs deutlich erhöhen. Grundsätzlich gilt: Je weniger Alkohol konsumiert wird, desto besser für die Gesundheit.
Als Orientierung wird empfohlen, dass Männer täglich nicht mehr als ein großes Bier oder ein Viertel Liter Wein trinken. Für Frauen gilt eine geringere Menge von maximal einem kleinen Bier oder einem Viertel Liter Wein pro Tag. Rauschtrinken sollte vermieden werden, zudem werden zwei alkoholfreie Tage pro Woche empfohlen, um den Körper zu entlasten.
APAMED
