Migräne-Checkliste hilft bei Diagnose


Redaktion

Migräne-Attacken können von vorübergehenden Sehstörungen und neurologischen Ausfällen angekündigt werden.AdobeStock_175998651/Yakobchuk Olena

Migräne ist mittlerweile sehr gut behandelbar. Voraussetzung für eine wirksame Therapie ist aber eine gesicherte Diagnose, die am besten durch einen Neurologen gestellt wird. Nur dann können moderne, hochwirksame Medikamente zur Attacken-Vorbeugung verschrieben werden. Beim Erkennen möglicher Symptome hilft eine Migräne-Checkliste. „Wenn jemand Symptome, die in der Checkliste angeführt sind, bei sich bemerkt, sollte er keine Zeit verlieren“, rät der Neurologe Manfred Eder.

Die wichtigsten Symptome sind pulsierende, pochende oder stechend-bohrende Kopfschmerzen und ein meist einseitig auftretender Schmerz, erläuterte er am Donnerstag in einer Aussendung. Der Schmerz verschlimmert sich schon bei geringer körperlicher Belastung, zum Beispiel beim Stiegen steigen. Es handelt sich um starke bis sehr starke Schmerzintensität, mitunter gepaart mit Übelkeit bis hin zum Erbrechen sowie Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit. Auch die Frage nach Migräne in der Familie ist zu stellen. Die Neigung zu der Krankheit kann vererbt werden.

Migräne mit Aura

Migräne-Attacken können von vorübergehenden Sehstörungen und neurologischen Ausfällen angekündigt werden – meist fünf bis 60 Minuten dauernd vor Auftreten des Kopfschmerzes. Dies nennt sich Aura. Dabei können visuelle, sensorische und sprachliche Veränderungen auftreten. Mögliche Symptome sind flimmerndes Sehen, Gesichtsfeldausfälle sowie farbige, blendende Kreise, Vierecke oder Zickzacklinien oder Lichtblitze.

Als Gefühlsstörungen einer Migräne mit Aura sind Kribbeln oder Taubheitsgefühl, beginnend zumeist in den Händen mit Ausbreitung auf Arme und Gesicht, möglich. Sprachstörungen können eine verwaschene Aussprache, Wortfindungsstörungen und sehr selten Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen betreffen.

Attacken

„Migräne-Attacken können richtig schlimm sein“, betonte Eder, niedergelassener Neurologe in Groß-Enzersdorf. Die Beschwerden sind „oftmals so massiv, dass die Betroffenen überhaupt keiner Tätigkeit mehr nachgehen können. Egal ob Arbeit, familiäre Aufgaben, Verabredungen mit Freunden – alles muss abgesagt werden. Man möchte nur mehr liegen und das am besten in einer vollkommen reizarmen Umgebung, wie einem abgedunkelten, ruhigen Raum. Ein Zustand, der von einigen Stunden bis zu drei Tagen andauern kann“, erläuterte der Migränespezialist.

12 bis 13 Prozent der Bevölkerung leiden weltweit daran, also eine knappe Milliarde Menschen. In Österreich wird die Lebensqualität von über einer Million Menschen durch immer wiederkehrende Migräne-Attacken stark in Mitleidenschaft gezogen. Bleibt Migräne unbehandelt, kann sie sich zu einem chronischen Problem entwickeln und das Leben der Betroffenen und deren Angehörigen schwer beeinträchtigen. „Migräne wird von Außenstehenden leider oft nicht ernstgenommen und in der Folge auch von Betroffenen, vor allem wenn sie sehr leistungsorientiert sind, häufig bagatellisiert“, warnt der Neurologe. „Sowohl bei der Behandlung einer Migräne-Attacke als auch zur Vorbeugung, also um die Häufigkeit und Heftigkeit der Anfälle zu reduzieren, haben wir heute verschiedene hochwirksame Medikamente zur Hand“, informierte er.

Migräne-Checkliste

Die Checkliste ermöglicht Betroffenen eine erste Einschätzung, ob bei ihnen eine Migräne vorliegen könnte.

  • pulsierende, pochende oder stechend-bohrende Kopfschmerzen
  • meist einseitig auftretender Schmerz (aber nicht immer!)
  • Schmerz verschlimmert sich schon bei geringer körperlicher Belastung
  • starke bis sehr starke Schmerzintensität
  • Übelkeit bis hin zum Erbrechen
  • Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit
  • Gibt es Migräne in der Familie? Die Neigung zu Migräne kann vererbt werden.
  • Sehstörungen – Flimmern, Lichtblitze
    • Gesichtsfeldausfälle (Sehkraft lässt innerhalb eines Teiles des Gesichtsfeldes nach oder fällt komplett aus)
    • farbige, blendende Kreise, Vierecke oder Zickzacklinien (die sich immer weiter ausbreiten)
    • Diese Symptome treten unabhängig davon auf, ob die Augen offen oder zu sind, und vergehen zumeist innerhalb einer Stunde.
  • Gefühlsstörungen
    • Kribbeln oder Taubheitsgefühl beginnt zumeist in den Händen und kann sich auf Arme und Gesicht ausbreiten
  • Sprachstörungen
    • verwaschene Aussprache
    • Wortfindungsstörungen
    • Sehr selten, aber doch: Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen

APAMED/OTS



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