Anklage wegen Abnehmspritzen mit falschem Stoff


Zwei Unternehmer stehen wegen Fälschung von Arzneimittel vor Gericht. AdobeStock_433671670/Fotografia DH

Weil sie einem Schönheitschirurgen gefälschte Arzneimittel, so genannte Abnehmspritzen, verkauft haben sollen, müssen sich zwei Unternehmer im Herbst in Steyr vor dem Landesgericht verantworten. Die Verhandlung ist für den 16. September angesetzt, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der APA Berichte in den “Oberösterreichischen Nachrichten” und der “Kronen Zeitung” am Dienstag.

Die beiden Geschäftsführer werden nach Paragraf 82b Absatz 1 und 2 des Arzneimittelgesetzes angeklagt, im Wesentlichen Fälschung von Arzneimitteln und Verkauf der Fälschungen. Weiters wird ihnen auch grob fahrlässige Körperverletzung in drei Fällen vorgeworfen, denn der Schönheitschirurg, dem sie insgesamt 225 Spritzen zum Stückpreis von 205 Euro veräußert haben sollen, gab diese an Patientinnen weiter. Eine Frau, die sich das Mittel “Ozempic” injiziert hatte, bekam gesundheitliche Probleme.

Ob der Arzt selbst auch belangt wird, ist noch offen. “Die Staatsanwaltschaft führt ein Ermittlungsverfahren, der Abschlussbericht der Polizei ist noch ausständig”, hieß es zur APA. Dann könne entschieden werden, ob ein Strafantrag gegen den Mediziner eingebracht wird. Die Spritzen enthalten den Wirkstoff Semaglutid, der zur Behandlung von Diabetes eingesetzt wird und seit einiger Zeit auch zur Reduktion des Gewichtes verwendet wird. Die gefälschten Spritzen dürften tatsächlich Insulin enthalten haben.

APAMED



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