Mit Omlyclo wird im Oktober erstmals ein Omalizumab-Nachfolger in den Grünen Bereich des Erstattungskodex (EKO) aufgenommen. Auch Vitamin B12 Ankermann kommt neu hinzu. Gleichzeitig werden zwölf Arzneispezialitäten gestrichen. Bei den Preisänderungen fallen vor allem Erhöhungen bei Antibiotika und mehreren Sucralfat-Präparaten auf. Auch verschiedene Darreichungsformen von Diclofenac werden teurer.
Mit Omlyclo (Omalizumab) wird laut Österreichischer Gesundheitskasse (ÖGK) erstmals ein Nachfolgepräparat zu Xolair in den Grünen Bereich aufgenommen. Der Antikörper wird als Zusatztherapie bei schwerem allergischem Asthma, schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen und chronischer spontaner Urtikaria eingesetzt.
Während Xolair im Dunkelgelben Bereich bewilligungspflichtig bleibt, ist Omlyclo unter Einhaltung der bestimmten Verwendung frei verschreibbar (IND). Aufgenommen werden Fertigspritzen zu 75, 150 und 300 mg sowie Fertigpens zu 75 und 150 mg. Bis zu drei Originalpackungen können auf einmal rezeptiert werden. Laut ÖGK erweitert sich gegenüber dem Erstanbieter auch das generell erstattungsfähige Anwendungsgebiet.
Vitamin B12 neu im Grünen Bereich
Mit Vitamin B12 Ankermann 1000 mcg überzogenen Tabletten (Cyanocobalamin) kommt ein Vitaminpräparat neu in den Grünen Bereich. Aufgenommen werden die Packungsgrößen zu 10 und 50 Stück. Die Aufnahme erfolgt mit IND: Erstattet wird die Erhaltungstherapie von Vitamin-B12-Mangelsyndromen, die auf einer organbedingten gestörten Aufnahme von Vitamin B12 beruhen.
Das Antiänämikum Vitamin B12 ist unter anderem an der Blutbildung, der Zellteilung und der Funktion des Nervensystems beteiligt. Cyanocobalamin wird zur Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels eingesetzt.
Weitere EKO-Neuerungen
Weitere Neuaufnahmen kostengünstiger Nachfolgerpräparate, die von der Red Box in die Green Box kommen, sind:
- Rivaroxaban „+pharma“ (Rivaroxaban)
- Nintedanib „Accord“ und „Reddy“ (Nintedanib): Der Wirkstoff wird je nach Präparat bei fibrosierenden Lungenerkrankungen oder zusammen mit Docetaxel bei bestimmten fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen eingesetzt. Die neuen Nachfolger kommen in den Grünen Bereich, während die Erstanbieter Ofev und Vargatef im Dunkelgelben Bereich bewilligungspflichtig bleiben.
Neu im Hellgelben Bereich (RE2) ist Dimethylfumarat „Reddy“ (Dimethylfumarat) als Erstanbieter. Es wird zur Behandlung erwachsener Patientinnen und Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose eingesetzt.
Yorvipath (Palopegteriparatid) zur Behandlung des chronischen Hypoparathyreoidismus bei Erwachsenen wird in den Dunkelgelben Bereich (RE1) aufgenommen. Voraussetzung sind unter anderem eine unzureichende Krankheitskontrolle trotz optimierter Calcium- und aktiver Vitamin-D-Therapie sowie die Betreuung an einem spezialisierten Zentrum. Eine Langzeitbewilligung für sechs Monate ist möglich.
Bei Spirono „Genericon“ 50 mg Tabletten (Spironolacton), einem kaliumsparenden Diuretikum, können künftig bis zu drei 50-Stück-Packungen auf einmal verschrieben werden. Auch bei Yuflyma (Adalimumab) sind künftig bis zu drei Originalpackungen auf einmal verschreibbar.
Deutliche Preissteigerungen bei Antibiotika
Mit Oktober kommt es bei Biocef 200 mg Filmtabletten und Biocef 40 mg/5 ml Pulver zur Herstellung einer Suspension (Cefixim) zu Preiserhöhungen. Je nach Darreichungsform und Packungsgröße steigen die Preise um rund 10 bis 15 Prozent.
Cefixim ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine der dritten Generation. Der Wirkstoff wird zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt. Besonders deutlich fällt die Erhöhung bei der Suspension aus: Beide Packungsgrößen werden um knapp 15 Prozent teurer.
Sucralfat-Präparate werden teurer
Auch bei mehreren Arzneispezialitäten mit dem Wirkstoff Sucralfat steigen die Preise um rund 7 Prozent. Betroffen sind Sucralan orale Suspension 1 g/5 ml, Sucralfat Genericon 1 g Tabletten und Sucralfat orale Suspension 1 g/5 ml in unterschiedlichen Packungsgrößen.
Sucralfat bildet eine Schutzschicht auf der geschädigten Schleimhaut und wird insbesondere bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt.
Preiserhöhungen bei Diclofenac
Mehrere Präparate der Marke Voltadol (Diclofenac) werden um rund 3 bis 4 Prozent teurer. Dazu gehören Voltadol 24 Stunden Schmerzpflaster 140 mg, Voltadol Schmerzgel und Voltadol Schmerzgel forte in verschiedenen Packungsgrößen.
Diclofenac gehört zu den nicht steroidalen Antirheumatika und wirkt schmerzstillend sowie entzündungshemmend. Die äußerlich anzuwendenden Präparate kommen insbesondere bei Schmerzen infolge von Zerrungen, Verstauchungen oder stumpfen Verletzungen zum Einsatz.
Weitere Preisänderungen im Überblick
Weitere Preiserhöhungen betreffen unter anderem:
- Aeromuc 600 mg lösliche Tabletten (Acetylcystein)
- Chlorhexamed Fluid 0,1 Prozent und Chlorhexamed forte alkoholfreie Lösung (Chlorhexidin)
- Daflon 500 mg Filmtabletten (Diosmin und Hesperidin)
- Neda Früchtewürfel
- Vibrocil Nasenspray und Nasentropfen (Phenylephrin und Dimetinden)
- Vitawund Salbe
Die Preisänderungen betreffen sowohl Arzneispezialitäten aus dem Grünen Bereich als auch nicht im EKO gelistete Produkte der No Box.
Zwölf Streichungen
Mit Oktober wechseln mehrere Arzneispezialitäten in die No Box. Sie werden damit aus dem EKO gestrichen: Atenolol „Genericon“ comp. mite, Berotec, Blopress Plus 32 mg/12,5 mg, Condylox, Exemestan „ratiopharm“, Furostad, Isomonat 20 mg, Isomonat retard 40 mg, Tiotropium „Viatris“, Tramadol „1A Pharma“ Tropfen und Vibramycin 50 mg.
Für Blopress Plus (Candesartan und Hydrochlorothiazid) stehen laut ÖGK weiterhin mehrere Nachfolgepräparate frei verschreibbar zur Verfügung. Als wirkstoffgleiche Alternative zu Isomonat 20 mg (Isosorbidmononitrat) bleibt ISMN „Genericon“ 20 mg im Grünen Bereich gelistet.
