Abnehmspritzen effektiver bei Frauen


Redaktion

Symbolbild, Frau in Unterwäsche greift sich in den Hüftspeck. Ansicht von hinten ohne Kopf und Beine
Frauen haben laut Studie deutlich mehr Erfolg mit Abnehmspritzen.Pixel-Shot/AdobeStock_325987450

Die Abnehmspritzen auf der Basis von GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) haben bei Frauen mit Adipositas eine bessere Wirkung als bei Männern. Andere Unterschiede für verschiedene Personengruppen gibt es nicht. Das hat eine Analyse von US-Wissenschaftlern gezeigt, die aktuell Online von der Zeitschrift der amerikanischen Ärztegesellschaft (JAMA Internal Medicine) veröffentlicht worden ist.

„GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) stellen eine neue Klasse von Medikamenten dar, die zur Behandlung chronischer Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und/oder Adipositas zugelassen sind. Es ist jedoch unklar, ob die Wirksamkeit dieser Medikamente in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Body-Mass-Index (BMI) und HbA1c-Ausgangswert variiert“, schrieben Professor Dr. Caleb Alexander vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health (Baltimore, Maryland), und seine Co-Autoren in der jetzt erschienenen Untersuchung.

Hoffnung für Millionen Betroffene – Milliarden-Pharma-Geschäft

Weltweit gelten die Abnehmspritzen mit Wirkstoffen wie Semaglutid, Liraglutid, Exenatid, Lixisenatid, Dulaglutid oder Tirzepatid bei steigenden Zahlen von Adipositas-Patienten als große Hoffnung für die Betroffenen und als Milliardengeschäft für die Pharma-Industrie. Solche Medikamente in Tablettenform könnten in Zukunft zu einer noch breiteren Verwendung des Therapieprinzips führen. Doch umfassende Informationen zum Effekt der Arzneimittel auf bestimmte Personengruppen haben bisher gefehlt.

Die US-Wissenschaftler werteten deshalb 41 wissenschaftliche Publikationen und 64 klinische Studien mit per Zufall zu Vergleichsgruppen zugeteilten Probanden aus. Von den GLP-1-Rezeptoragonisten waren dabei am häufigsten Semaglutid und Dulaglutid angewendet worden. Zu Tirzepatid gab es keine Analyse.

Ursache noch nicht geklärt

Die Ergebnisse sprechen ziemlich deutlich für einen geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Abnehmeffekt durch die Medikamente. Die US-Wissenschaftler: „In sechs Studien (19.906 Patienten), die nach Geschlecht analysiert wurden, war der Gewichtsverlust bei Frauen (minus 10,9 Prozent vom Ausgangswert) höher als bei Männern (minus 6,8 Prozent). Wir fanden keine statistisch signifikanten Unterschiede hinsichtlich Alter (sieben Studien mit 4314 Patienten), ethnischer Zugehörigkeit (neun Studien, 25.229 Patienten), Herkunft (sieben Studien, 8328 Patienten), Ausgangs-BMI (15 Studien, 9473 Patienten in drei Analysen) oder Ausgangs-HbA1c-Wert (vier Studien, 1886 Patienten).“

APA



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