Ausschlafen am Wochenende schützt vor Depressionen


Katharina Brand

Symbolbild: Eine junge Frau schläft in einem Bett.
Ein regelmäßiger Schlafrhythmus ist wichtig. Ist dies nicht immer der Fall, kann sich längeres Ausschlafen am Wochenende jedoch positiv auf die mentale Gesundheit auswirken.AdobeStock_611906680/Andrii Lysenko

Schulstress, Partys, Doomscrooling: Jugendliche und junge Erwachsene bekommen oft zu wenig Schlaf. Das kann das Risiko für Depressionen erhöhen. Forschende aus den USA wollten wissen, ob das Nachholen von Schlaf am Wochenende depressive Symptome verringern kann.

In der Adoleszenz und im führen Erwachsenenalter gehören sowohl unregelmäßige Schlafmuster als auch depressive Symptome zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Biologisch bedingte spätere Schlaf- und Aufwachzeiten in dieser Altersgruppe, kombiniert mit schulischen und sozialen Verpflichtungen, führen häufig zu Schlafdefiziten in der Woche. 

Die Frage, ob das am Wochenende aufgeholte Schlafdefizit – sogenannter Weekend Catch-Up Sleep (WCS) – depressive Symptome mildern kann, wurde bislang kaum untersucht – insbesondere in einer repräsentativen Altersgruppe von 16 bis 24 Jahren.

Über 1000 Personen befragt

Vor diesem Hintergrund untersuchten Forschende in den USA Daten des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) – einer repräsentativen Gesundheitsstudie in den USA – aus den Jahren 2021 bis 2023. 

Analysiert wurden Angaben von über 1000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 24 Jahren. Anhand selbstberichteter Schlaf- und Aufwachzeiten an Wochentagen und Wochenende wurde erfasst, ob ein Schlafausgleich am Wochenende vorlag. Zusätzlich gaben die Teilnehmenden täglich an, ob sie sich traurig oder depressiv fühlten. 

In die Auswertung flossen unter anderem Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Body-Mass-Index sowie Schlafdauer und Schlafzeitpunkt an Wochentagen ein.

Risiko um 41 Prozent reduziert

Die Auswertung zeigte, dass Jugendliche und junge Erwachsene mit Weekend Catch-Up Sleep im Vergleich deutlich seltener von Traurigkeit oder depressiven Symptomen berichteten. Konkret war das Risiko um rund 41 Prozent reduziert. 

Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn mögliche Störfaktoren statistisch berücksichtigt wurden. Außerdem zeigte sich, dass eine ausreichende und günstig getimte Schlafdauer an Wochentagen ebenfalls mit weniger depressiven Symptomen verbunden war und teilweise einen noch stärkeren Effekt hatte als der reine Schlafausgleich am Wochenende.

Regelmäßiger Schlaf bleibt entscheidend

Die Autorinnen und Autoren interpretieren die Ergebnisse dahingehend, dass Weekend Catch-Up Sleep eine potenziell schützende Rolle für die psychische Gesundheit junger Menschen spielen kann. Gleichzeitig betonen sie, dass ein insgesamt regelmäßiger und ausreichender Schlafrhythmus in der Woche vermutlich bedeutsamer ist. Da es sich um eine Querschnittsanalyse handele, ließen die Ergebnisse jedoch keine eindeutigen kausalen Schlussfolgerungen zu, betonen die Forschenden. 

Die Studie mit dem Titel „Weekend Catch-Up Sleep and Depressive Symptoms in Late Adolescence and Young Adulthood: Results from the National Health and Nutrition Examination Survey“ wurde auf Basis des National Health and Nutrition Examination Survey an der State University of New York und an der University of Oregon in den USA durchgeführt und im Journal of Affective Disorders veröffentlicht.



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