Kaffee gehört für viele Menschen zum Alltag. Doch könnte das beliebte Heißgetränk auch das Brustkrebsrisiko beeinflussen? Eine aktuelle Metaanalyse liefert Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang. Dabei scheint es nicht allein auf das enthaltene Koffein anzukommen.
Ob Kaffeekonsum das Risiko für Brustkrebs beeinflusst, wird seit Jahren wissenschaftlich untersucht. Bisherige Studien lieferten allerdings widersprüchliche Ergebnisse. Ein internationales Forschungsteam aus der Ukraine und dem Iran hat deshalb die vorhandene Datenlage erneut ausgewertet. Dabei untersuchten die Forschenden, ob sich der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee, entkoffeiniertem Kaffee und Koffein unterschiedlich auf das Brustkrebsrisiko auswirkt.
31 Studien unter der Lupe
Für die systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse durchsuchte das Forschungsteam mehrere wissenschaftliche Datenbanken nach geeigneten Kohortenstudien, die bis Februar 2026 veröffentlicht worden waren. Insgesamt erfüllten 31 Studien die Einschlusskriterien. Die wissenschaftliche Qualität der berücksichtigten Untersuchungen wurde als mittel bis hoch eingestuft.
Die Auswertung zeigte, dass der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee mit einem geringfügig niedrigeren Brustkrebsrisiko verbunden war. Die Hazard Ratio (HR) lag bei 0,95, was einem um rund 5 Prozent geringeren relativen Risiko entspricht. Besonders deutlich zeigte sich dieser Zusammenhang bei Frauen nach der Menopause. In dieser Gruppe lag die Hazard Ratio bei 0,94 und damit das relative Risiko bei rund 6 Prozent niedriger.
Liegt es überhaupt am Koffein?
Interessanterweise ließ sich dieser Zusammenhang weder für Koffein allein noch für entkoffeinierten Kaffee feststellen. Bei der isolierten Betrachtung der Koffeinaufnahme lag die Hazard Ratio bei 0,99, während sie für entkoffeinierten Kaffee 1,00 betrug. In beiden Fällen zeigte sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang mit dem Brustkrebsrisiko.
Die Ergebnisse werfen damit die Frage auf, welche Inhaltsstoffe des Kaffees für den beobachteten Zusammenhang verantwortlich sein könnten. Da Koffein allein offenbar keine entsprechende Assoziation aufweist, vermuten die Forschenden, dass möglicherweise andere Bestandteile des Getränks eine Rolle spielen. Allerdings lässt sich aus den Ergebnissen keine direkte Schutzwirkung ableiten. Bei den untersuchten Arbeiten handelt es sich um Beobachtungsstudien, die zwar Zusammenhänge aufzeigen, aber keinen ursächlichen Effekt nachweisen können. Ob und durch welche Mechanismen Kaffee das Brustkrebsrisiko tatsächlich beeinflusst, muss daher in weiteren Untersuchungen geklärt werden.
Die Studie „Association Between Coffee and Caffeine Intake and Risk of Breast Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis of Cohort Studies“ im Fachjournal Health Science Reports veröffentlicht.
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