Neue LEAD-Studie zeigt Wandel beim Nikotinkonsum in Österreich


Redaktion

Frau hält einen Tabakverdampfer an den Mund.
Die aktuellen Daten zeigen, dass bereits rund 7 Prozent der Jugendlichen rauchen.InfiniteStudio/AdobeStock_1244753608

Eine aktuelle Auswertung zeigt: Der klassische Zigarettenkonsum in Österreich ist zwar leicht rückläufig, bleibt im europäischen Vergleich jedoch hoch. Neue Nikotinprodukte gewinnen besonders bei jungen Menschen an Bedeutung, zudem konsumieren mehr Frauen als Männer regelmäßig. Der Erstkontakt erfolgt meist mit 15 Jahren, in einem Alter, in dem Gehirn und Lunge besonders sensibel reagieren. Aufklärung ist daher wichtiger denn je, denn wer früh aufhört, profitiert langfristig gesundheitlich.

Jugendliche: Lunge und Gehirn besonders sensibel

Im Rahmen der LEAD-Studie (Lung, hEalth, sociAl, boDy) des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengesundheit werden mehr als 15.000 Teilnehmer:innen im Alter von sechs bis 82 Jahren begleitet. Die Beobachtung läuft seit zwölf Jahren. „Die aktuellen Daten zeigen, dass bereits rund 7 Prozent der Jugendlichen rauchen. Im Durchschnitt wird mit 15 Jahren erstmals zu Nikotinprodukten gegriffen. Mädchen konsumieren gleichermaßen wie Buben“, erklärt Robab Breyer-Kohansal, Abteilungsvorständin der Lungenabteilung an der Klinik Hietzing sowie Gründungsmitglied und wissenschaftliche Leiterin der LEAD-Studie. Da sich sowohl Lunge als auch Gehirn in diesem Alter noch in Entwicklung befinden, reagieren beide Organe besonders sensibel auf Nikotin und andere Inhaltsstoffe. Ein früher Einstieg erhöht laut Studie daher die Wahrscheinlichkeit einer langfristigen Gewohnheit.

Neue Produkte machen auch abhängig

Jugendliche verwenden zunehmend E-Zigaretten, Vapes, erhitzte Tabakprodukte sowie Wasserpfeifen und keine klassischen Zigaretten. Neue Produkte gelten zwar als „moderne Alternative“, bergen aber genauso gesundheitliche Risiken unterstreicht Breyer-Kohansal: „Auch wenn einige dieser Produkte als Alternative vermarktet werden, enthalten auch sie Nikotin und führen zur Abhängigkeit. Ebenso beobachten wir auch den sogenannten Parallelkonsum, also die gleichzeitige Verwendung unterschiedlicher Produkte. Weniger gerauchte Zigaretten bedeuten nicht automatisch weniger Nikotinkonsum.“

Auswirkungen auf Körper und Psyche

Schlechte Lungenfunktion, Atemwegsprobleme, COPD, Herz-Kreislauf- Belastung und psychische Belastungen – die Liste der Symptome ist lang. Besonders besorgniserregend ist, dass diese bereits im mittleren Erwachsenenalter auftreten. Ein Rauchstopp beeinflusst die Gesundheit unabhängig vom Alter positiv. Wer mit dem Rauchen oder dem Konsum von Nikotinprodukten aufhört, kann sein Risiko für Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken. Bereits nach kurzer Zeit zeigen sich messbare Verbesserungen. Wer früh aufhört, profitiert langfristig von besseren gesundheitlichen Entwicklungen. Aber auch ein späterer Ausstieg lohnt sich. Wie Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO belegen, kann ein Rauchverzicht selbst nach einer Krebsdiagnose den Therapieverlauf positiv beeinflussen. Der Verzicht auf Nikotin unterstützt die Behandlung und verbessert die allgemeine körperliche Belastbarkeit.

Aufklärung und Prävention wichtiger denn je

Die Ergebnisse der Lead-Studie verdeutlichen: Das Rauchverhalten der Österreicher:innen ist weiterhin besorgniserregend hoch, ihr Konsumverhalten verändert sich und der Einstieg in die Nikotinabhängigkeit findet bereits sehr früh statt. „Frühe Aufklärung über unterschiedliche Nikotinprodukte ist entscheidend, damit es erst gar nicht zu einer Nikotinabhängigkeit kommt. Denn jede vermiedene Zigarette und jede überwundene Nikotinsucht ist ein Gewinn für die persönliche Gesundheit“, so Breyer-Kohansal. Projekte, wie das „Lungenkrebs-Früherkennungsprogramm“ sind darüber hinaus wichtig, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und die Heilungschancen deutlich zu verbessern. Prävention, Rauchstopp und gezielte Unterstützung bleiben entscheidend. Rauchen bleibt in Österreich eine der größten vermeidbaren Gesundheitsgefahren.

APAMED



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