Bei dem Antidepressivum Bupropion neuraxpharm 300 mg kommt es aufgrund von Abweichungen bei der Wirkstofffreisetzung zu einem vorsorglichen Chargenrückruf. Betroffen sind insgesamt fünf Chargen des Arzneimittels. Der Rückruf erfolgt bis auf Apothekenebene.
Wie das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) am 12. Oktober bekannt gab, ruft die Vertriebsfirma Neuraxpharm Austria GmbH mehrere Chargen von Bupropion neuraxpharm 300 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung vorsorglich zurück.
Das Unternehmen hat die belieferten Kundinnen und Kunden am selben Tag schriftlich über die Maßnahme informiert. Hintergrund sind festgestellte Abweichungen bei der Freisetzung des Wirkstoffs. Der Rückruf wurde der Risikoklasse 2 zugeordnet. Es handelt sich damit um ein Szenario, das zu Krankheiten oder Fehlbehandlungen führen könnte.
10 und 30 Stück betroffen
Betroffen sind die Pharmazentralnummern 4987687 (Bupropion neuraxpharm 300 mg Tabletten zu 10 Stück) und 4987693 (Bupropion neuraxpharm 300 mg Tabletten zu 30 Stück).
Betroffene Chargen:
- 231701, Verfalldatum April 2027
- 231701-1, Verfalldatum April 2027
- 231702, Verfalldatum Mai 2027
- N240794, Verfalldatum August 2027
- 231703, Verfalldatum Oktober 2027
Wie wirkt Bupropion?
Bupropion gehört zur Gruppe der Antidepressiva und wird unter anderem zur Behandlung depressiver Erkrankungen eingesetzt. Der Wirkstoff kommt in entsprechenden Arzneimitteln auch zur Unterstützung der Raucherentwöhnung zum Einsatz.
Seine Wirkung beruht auf der Hemmung der Wiederaufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin und Dopamin im zentralen Nervensystem, wodurch deren Verfügbarkeit im synaptischen Spalt erhöht wird. Zu den häufigen unerwünschten Wirkungen zählen Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen. Selten können auch Krampfanfälle auftreten. Darüber hinaus hemmen Bupropion und sein Hauptmetabolit Hydroxybupropion das Enzym CYP2D6, weshalb Wechselwirkungen mit Arzneimitteln wie MAO-Hemmern und Beta-Blockern möglich sind.
