Der Großhändler Pharmosan und die mit ihm verbundene Versandapotheke Vamida werden doch nicht verkauft. Der Deal ist geplatzt, weil der Investor in Deutschland ein attraktiveres Investment gefunden hat.
Anfang Oktober hatte The Platform Group (TPG) aus Deutschland die Mehrheitsübernahme der Pharmosan-Gruppe mit Sitz in Wien verkündet. Ein paar Tage später folgte die Klarstellung, dass es sich nur um eine 50-prozentige Beteiligung handele. Konkret sollte TPG die Hälfte der Anteile an der Holdinggeselllschaft Contracta übernehmen, der wiederum 100 Prozent des Großhändlers Pharmosan sowie 79,5 Prozent der tschechischen Versandapotheke Vamida gehören.
Doch stattdessen kaufte TPG im Jänner den deutschen Großhändler AEP, der bislang mehrheitlich zur Österreichischen Post gehörte. Zu den Investoren gehörten auch der frühere Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein sowie dessen Familieunternehmen Gerot Lannach (GL Pharma) mit in Summe 26 Prozent.
AEP war 2013 gegründet worden und kommt mittlerweile auf einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Für TPG war dies also eine einmalige Chance, die bis dahin vergleichsweise kleine Pharmasparte zu einer stattlichen Größe zu bringen.
Daher wurde die Übernahme von Pharmosan/Vamida still und leise abgesagt: Der Vorstand habe sich entschieden, die Akquisition der Contracta als Closing nicht vorzunehmen, hieß es versteckt in der Mitteilung zur AEP-Übernahme.
Offiziell wird auf kartellrechtliche Bedenken verwiesen: Contracta und AEP seien „in identischen Leistungsbereichen aktiv“. Man habe die Transaktion daher abgesagt, „um etwaige Vorgaben sowie Einschränkungen der Kartellbehörden zu vermeiden“, so eine Sprecherin.
Pharmosan bleibt daher mehrheitlich in Besitz der Familie Mittelbach (Maria Lourdes Apotheke). 2022 war Vamida übernommen worden; die Versandapotheke hat ihren Sitz in Brno in Tschechien und versendet vor allem nach Österreich und Osteuropa.
