Grauer Star gilt als häufigste Ursache für Sehbehinderungen. Doch der Erkrankung kann vorgebeugt werden. So kann ein Vitamin D-Mangel offenbar das Risiko für Grauen Star erhöhen.
Beim Grauen Star kommt es zu einer allmählichen Trübung der Augenlinse – einseitig oder beidseitig. Die Augenerkrankung – auch Katarakt genannt – ist in der Regel altersbedingt. Denn mit zunehmenden Lebensjahren altert ebenfalls die Augenlinse, die Trübung nimmt zu und die Sehkraft ab. Der Grund: Eiweiße verklumpen in der Linse und setzen sich ab. Mit dem Alter wächst die Klümpchengröße, wodurch die Sehleistung immer mehr beeinträchtigt wird.
Nicht nur das Alter auch Verletzungen sowie Entzündungen in/am Auge und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes können Auslöser für einen Grauen Star sein, sodass auch jüngere Menschen betroffen sein können. Außerdem kann ein Vitamin D-Mangel das Risiko für Grauen Star erhöhen. Das bestätigen Studienergebnisse, die an der Augenklinik der Chinese University in Hongkong erhoben wurden. Dafür wurden die Serum-25-Hydroxyvitamin-D (25(OH)D)-Werte von mehr als 440.000 Patient:innen analysiert. Dabei zeigte sich: Lag ein Vitamin D-Mangel vor, entwickelten Betroffene innerhalb der knapp elfjährigen Nachbeobachtungszeit häufiger Grauen Star, und zwar um bis zu 12 Prozent öfter.
Vor allem jüngere Menschen mit niedrigen Vitamin D-Werten wiesen den Forschenden zufolge eine erhöhte Gefahr für die Entwicklung eines Katarakts auf. So lag das Risiko bei Unter-50-Jährigen um 27 Prozent höher.
Die genauen Hintergründe für den Zusammenhang sind den Forschenden zufolge noch nicht bekannt. Diskutiert wird unter anderem ein Einfluss von Vitamin D auf die physiologischen Eigenschaften des Linsenepithels.
„Unsere Ergebnisse zeigen einen signifikanten Querschnitts- und prospektiven Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und einem erhöhten Risiko für Katarakte,“ fassen die Forschenden zusammen und fordern eine frühzeitige Behandlung von Vitamin-D-Mangel, um einem Grauen Star vorzubeugen.
Die optimale Versorgung mit Vitamin D liegt bei Serumkonzentrationen von 25(OH)D über 30 ng/ml, wobei bei mehr als 50 ng/ml bereits von einer Überversorgung die Rede ist. Fällt der Vitamin D-Spiegel leicht unter die 30 ng/ml-Marke, wird von einer nicht mehr optimalen Versorgung gesprochen. Als Vitamin D-Mangel werden dagegen Werte unter 20 ng/ml eingestuft.