Matcha gehört schon seit Jahren zu den Trendgetränken, denen zahlreiche positive Eigenschaften zugesprochen werden. Doch die Mischung auf Grüntee-Basis birgt auch Gefahren. So kann es unter Matcha zu Wechselwirkungen mit bestimmten Arzneimitteln kommen.
Neben seiner typischen kräftig grünen Farbe ist Matcha vor allem als Wachmacher bekannt. Das feine Pulver aus gemahlenem grünen Tee wird in Wasser oder anderen Flüssigkeiten aufgelöst und mit einem speziellen Bambusbesen schaumig geschlagen. Zu den Inhaltsstoffen gehören Polyphenole, denen verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen werden, beispielsweise eine antioxidative Wirkung sowie eine Verhinderung der Bildung von freien Radikalen, die im Körper Schäden und Zelltod verursachen können.
Doch vor allem das Antioxidans Epigallocatechingallat (EGCG) soll ein Wechselwirkungspotenzial haben, wie der Krebsinformationsdienst warnt. Demnach kann dies die Wirkung von Krebsmedikamenten abschwächen, weil deren Konzentration in den Zellen beeinflusst wird, so die Expert:innen.
Wechselwirkungen mit Krebsmitteln?
Bisher sei jedoch noch unklar, welche klinische Relevanz die mögliche Wechselwirkung unter Matcha haben könnte, da Studien mit Krebsbetroffenen fehlen. Anhand von Fallberichten sei lediglich bekannt, dass grüner Tee generell potenziell mit verschiedenen Arzneimitteln interagieren kann. Der genaue Wirkmechanismus ist ebenfalls noch unklar. Vermutet wird laut dem Krebsinformationsdienst jedoch eine mögliche Interaktion mit Cytochrom-P450-Enzymen in der Leber, wodurch es zu einer Hemmung von CYP3A4 kommt, was wiederum entscheidend für die Verstoffwechselung von einigen Onkologika ist, die Hemmung des Membranproteins P-Glykoprotein, das für den Transport verschiedener Arzneimittel aus der Zelle verantwortlich ist, sowie
eine Aufhebung der Wirkung des Proteasom-Inhibitors Bortezomib durch ECGC.
Außerdem werden Wechselwirkungen mit Wirkstoffen wie 5-Fluorouracil, Sunitinib sowie Palbociclib vermutet. Somit könnte der Verzehr von Matcha die Plasmakonzentration und folglich auch die Bioverfügbarkeit von Arzneimitteln beeinflussen, so die Annahme. Doch die Expert:innen geben gleichzeitig Entwarnung. Demnach sei dies erst bei besonders großen Mengen zu erwarten. „Nehmen Betroffene im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ,normale‘ Mengen an Matcha zu sich, sind Wechselwirkungen eher unwahrscheinlich“, heißt es.
Um möglichen Wechselwirkungen dennoch vorzubeugen, könnten entsprechende Patient:innen darauf hingewiesen werden, nur gelegentlich Matcha zu konsumieren und zugleich einen zeitlichen Abstand zur Medikamenten-Einnahme einzuhalten.
Achtung: Erfolgt die Matcha-Zubereitung mit Milch, gilt es ebenfalls, mögliche Wechselwirkungen mit Arzneimitteln im Blick zu behalten. Wegen des enthaltenen Calciums sollte beispielsweise zu Antibiotika wie Tetrazyklin ein Einnahmeabstand eingehalten werden, um die Resorption nicht zu beeinträchtigen. Vorsicht ist auch bei Schilddrüsenpräparaten geboten, denn Calcium aus der Nahrung kann die Aufnahme der Wirkstoffe verringern. Stichwort Komplexbildung.
