Wurmerkrankungen sind lästig und treten leider bei Kindern häufig auf. Zum Glück sind Würmer meist ungefährlich und ein Befall verläuft ohne Komplikationen.
Von der Hand in den Mund – Würmer oder vielmehr die Eier und Larven gelangen über den Mund in den Körper, siedeln sich im Darm an und werden dort zu ausgewachsenen Parasiten, die dann über den Stuhl wieder aus dem Körper befördert werden. Aufgenommen werden die ungebetenen Gäste beispielsweise über verseuchtes Gemüse oder Fallobst sowie den Sand von Spielplätzen.
Unruhige Kinder, die nachts schlecht schlafen und sich am Popo kratzen, können unter Wurmbefall leiden. Meist handelt es sich bei den neuen Mitbewohnern um Madenwürmer (Oxyuriasis). Die nachaktiven Parasiten sorgen vor allem während des Schlafs für Probleme, wenn die Weibchen ihre Eier in den After ablegen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Juckreiz besonders groß und unangenehm. Kratzen verschafft zwar Linderung, hat aber einen Nachteil: Kratzen die Kinder mit den Händen am Po, können sich Eier unter den Nägeln anlagern. Landen die Finger ungewaschen wieder im Mund der Kinder, machen sich die Eier wieder auf den Weg in den Darm und der Teufelskreis der anal-oralen-Reinfektion beginnt. Die Parasiten siedeln sich im Verdauungstrakt an und zehren dort von ihrem Wirt.
Madenwürmer sind weiß und können etwa zwei bis drei Millimeter lang werden. Sie sind im Stuhl sichtbar und können auch durch einen Tesafilm-Abstrich entlarvt werden. Dazu einen Klebestreifen an den After kleben und die daran haftenden Wurmeier vom Arzt/der Ärztin unter dem Mikroskop identifizieren lassen. Mediziner:innen bestimmen dann die geeignete Behandlung.
Arzneimittel gegen Wurmbefall
Ein Wurmbefall lässt sich medikamentös behandeln. Wie eine Art Kammerjäger töten die Wirkstoffe die Würmer ab, die dann schließlich über den Stuhl ausgeschieden werden. In der Apotheke sind rezeptfreie Präparate gegen Madenwürmer, aber auch verschreibungspflichtige Varianten erhältlich. Die Wurmkur kann als Saft oder Tablette verabreicht werden; dosiert wird nach dem Körpergewicht.
In Österreich gibt es derzeit keine rezeptfreien Wurmmittel: Zu den verschreibungspflichtigen Antihelminthika zählen Albendazol, Mebendazol und Pyrantel. Die Wirkstoffe besitzen ein breites Wirkspektrum. So kann Mebendazol beispielsweise auch gegen Rund- und Bandwürmer eingesetzt werden.
In Deutschland kann beispielsweise im Rahmen der Selbstmedikation Pyrvinium eingesetzt werden. Als Suspension kann Pyrvinium gegen Madenwürmer ab dem ersten Lebensjahr angewendet werden – die Tabletten sind für Kinder ab drei Jahren geeignet. Pro zehn Kilogramm Körpergewicht wird entweder eine Tablette oder fünf Milliliter der Suspension als Einmaldosis eingenommen. Nach etwa zwei bis vier Wochen sollte die Anwendung wiederholt werden. Nicht erschrecken: Die Präparate können den Stuhl hellrot färben, die Farbe ist nur ein Zeichen, dass der Wirkstoff den Verdauungstrakt passiert hat.
Hygiene ist wichtig
Ist das Kind befallen, sollten die anderen Familienmitglieder auch behandelt werden. Eine medikamentöse Therapie ist nur effektiv, wenn zusätzlich hygienische Maßnahmen beachtet werden. Dazu zählen häufiges Händewaschen, vor allem vor dem Essen sowie nach dem Toilettengang und dem Spielen. Zudem sollten die Fingernägel kurz geschnitten werden. Unterwäsche und Bettwäsche sollten täglich gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
Noch mehr Würmer …
Nicht nur Madenwürmer, sondern auch Spul- oder Bandwürmer können bei Kindern auftreten. Die Kleinen können über Unwohlsein, Appetit- und Gewichtsverlust oder Bauchschmerzen klagen. Spulwürmer können bis zu 40 Zentimeter lang werden und über den Kot ausgeschieden werden. Bandwürmer sind als etwa zwei Zentimeter eiertragende Wurmabschnitte im Stuhl erkennbar.
