Insolvenz: Easy Apotheke geschlossen


Viktoria Anderle

Die Apothekenoffizin von innen.
Nachdem der Betrieb im September eingestellt wurde, bleibt offen, ob sich jemand für den Standort interessiert und dort wieder eine Apotheke einzieht.Homepage Easy Apotheke zum heiligen Paulus

Die insolvente Easy Apotheke zum heiligen Paulus hat mittlerweile geschlossen. Der Betrieb in Aschau (Tirol) wurde erst Ende 2025 eingetragen, die Pleite folgte in diesem Sommer. Nun sind die Türen im Zillertal endgültig zu.

Ende Juli 2026 wurde am Landesgericht Innsbruck das Konkursverfahren über die Betreiber-OG eröffnet. Nach nicht einmal neun Monaten Betriebszeit schrieb der Standort rote Zahlen. Als Hauptgrund für die Schieflage galten verfehlte Umsatzprognosen in einem stark umkämpften regionalen Umfeld. Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung ging man von Verbindlichkeiten in Höhe von rund 800.000 Euro aus.

Bis zu eine Million Euro Schulden möglich

Nach der ersten Gläubigerversammlung Ende September liegen konkrete Zahlen vor. Gegenüber TARA24 zog Mag. Klaus Schaller, Regionalleiter West des Kreditschutzverbandes (KSV1870), Bilanz: Bislang wurden Forderungen in Höhe von 758.000 Euro gerichtlich festgestellt und anerkannt.

„Zusätzlich stehen aktuell rund 300.000 Euro an Bestreitungen im Raum“, so Schaller. Das bedeutet: Diese Ansprüche wurden von Gläubigern zwar angemeldet, werden von der Insolvenzverwalterin aber vorerst noch bewertet. Werden diese Posten im weiteren Verfahrensverlauf doch noch als rechtmäßig eingestuft, könnte die Gesamtsumme auf bis zu 1 Million Euro anwachsen.

Was wird aus Apotheken-Standort?

Da der Betrieb am 19. September eingestellt wurde, bleibt offen, ob künftig jemand Interesse an dem Standort hat und dort wieder eine neue Apotheke einzieht. Das gesamte Inventar könne zum Verkauf angeboten werden, um Geld für die Insolvenzmasse einzunehmen, erklärt Schaller.

Prognose von 20 Prozent

Für die Gläubiger zeichnet sich eine Teilentschädigung ab. Der Experte erklärt gegenüber TARA24: „Ich habe eine Quotenprognose von rund 20 Prozent abgegeben. Es bleibt aber abzuwarten, wie es weitergeht.“

Ein wesentliches Detail betrifft zudem die Rechtsform. Das Unternehmen besteht als Offene Gesellschaft (OG), es gibt zwei haftende Gesellschafterinnen, gibt Schaller abschließend zu bedenken. Wie sich das Verfahren bezüglich der Durchsetzung dieser Haftungen weiterentwickelt, wird die nächste Zeit zeigen.



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