Nach sechs Monaten Reparaturarbeiten hat die Mariahilf-Apotheke in Wien-Floridsdorf wieder ihre Türen geöffnet. Nach dem folgenschweren Brand mussten sämtliche Räume saniert und die Einrichtung vollständig erneuert werden. Für die neue Konzessionärin Mag. Noela Gjoncaj begann damit ein Neustart, der ohne den Zusammenhalt von Familie, Team und zahlreichen Unterstützenden kaum möglich gewesen wäre.
Anfang Juni war es schließlich so weit: Die Mariahilf-Apotheke öffnete nach sechs Monaten wieder ihre Türen. Über den Brand hatte TARA24 bereits berichtet. Heute erinnert nichts mehr an die Schäden von damals: Offizin, Dienstzimmer, Einrichtung und Computer wurden vollständig erneuert.
Teil der Geschichte Floridsdorfs
„Der Brand hat vieles zerstört, aber die Apotheke ist weiter Teil der Florisdorfer Geschichte und ihrer Bevölkerung“, betont Konzessionärin Mag. Noela Gjoncaj im Gespräch. Die Mariahilf-Apotheke besteht bereits seit 1903 in Wien und ist damit seit mehr als einem Jahrhundert mit dem Bezirk verbunden. „Ich freue mich, diese lange Tradition gemeinsam mit meinem Bruder, meiner Schwägerin und dem Team fortzuführen.“

„Die Übernahme war sehr kurzfristig, dafür war der Prozess umso langwieriger“, erzählt Gjoncaj. Für die Renovierung und Sanierung blieben letztlich lediglich sieben bis acht Wochen. Erst seit Februar befand sie sich in den Verhandlungen um die Konzession.
Dass nach dem Brand praktisch die gesamte Apotheke neu aufgebaut werden musste, nahm sie dennoch mit bemerkenswerter Gelassenheit. „Man muss es nehmen, wie es kommt.“

Familie als größte Unterstützung
Besonders wichtig war für die neue Konzessionärin der familiäre Rückhalt. Enorme Unterstützung habe sie von ihrem Bruder und dessen Frau erhalten, beide ebenfalls Apotheker:in vom Beruf. Diesen familiären Zusammenhalt möchte sie künftig auch innerhalb ihres Teams leben.
Ihr Dank gilt dabei allen, die beim Wiederaufbau mitgeholfen haben. „Ich war das nicht alleine. Wir hatten ein großes Team sowie viele Freunde und Familie, die uns unterstützt haben. Dafür möchte ich mich bedanken.“
Neue Apotheke, gleiches Team: „Auch Erneuerungen brauchen Fixpunkte“
Neben der Apotheke blieb auch das Team erhalten. Gjoncaj übernahm sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Zuerst müssen wir einander kennenlernen. Das Team muss uns kennenlernen und wir die Kundschaft.“
Für sie war rasch klar, dass die langjährigen Mitarbeiter:innen ein wesentlicher Bestandteil des Neustarts sind. „Sie verfügen durch ihre jahrelange Betriebszugehörigkeit über einen wertvollen Erfahrungsschatz, den ich erhalten möchte. Denn auch bei Erneuerungen braucht man definitiv Fixpunkte“, erklärt sie.
Auch der Wiederaufbau selbst bot aus ihrer Sicht Chancen. „Es war zwar alles kaputt, aber der Vorteil ist, dass wir dadurch alles neu gestalten konnten. Nur die kurze Zeit war eine Erschwernis.“

Lang gehegter Wunsch
Der Schritt in die Selbstständigkeit war für Gjoncaj kein spontaner Entschluss. „Ich wollte immer schon selbstständig werden“, erzählt sie. Ihr Aspirantenjahr schloss sie 2009 ab, bereits wenige Jahre später stand ihr berufliches Ziel fest. „Mir war bereits 2012 klar, dass ich einmal eine Apotheke leiten möchte.“
Mit diesem Ziel vor Augen bereitete sie sich auf ihre zukünftige Rolle vor. Sie absolvierte zahlreiche Fortbildungen und Seminare im Bereich Mitarbeiterführung und Wirtschaft. „Ich möchte das Gelernte so gut wie möglich bei meinen eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umsetzen. Natürlich erfordert das Übung und die Praxis ist oftmals anders. Aber meine Jahre als angestellte Apothekerin haben mir geholfen zu sehen, wie ich sein möchte.“
Positive Rückmeldungen zur Wiedereröffnung
Die Wiedereröffnung Anfang Juni wurde von der Kundschaft positiv aufgenommen. „Viele sind in die Apotheke gekommen, haben uns gratuliert und sich gefreut, dass wir wieder offen haben. Gerade die Stammkundinnen und Stammkunden mussten sechs Monate warten und haben sich umso mehr gefreut. Das war ein sehr schönes Gefühl“, erinnert sich Gjoncaj.

Nun möchte sie die Apotheke Schritt für Schritt weiterentwickeln. Geplant sind unter anderem eine neue Website sowie Social-Media-Kanäle.
