Apothekenübernahme: Zwischen Tradition und Neuanfang


Sanja Agatic

Mag. Christine Hultsch und Mag. Maximilian Müllernitsch.
Der neue Inhaber Mag. Maximilian Müllneritsch (r.) mit seiner Vorgängerin Mag. Christine Hultsch. St. Hubertus Apotheke Aschach

Eine Apotheke zu übernehmen, bedeutet weit mehr als einen Eigentümerwechsel. Neben wirtschaftlicher Verantwortung und organisatorischen Entscheidungen gilt es vor allem, das Vertrauen der Stammkundschaft zu bewahren und gleichzeitig eigene Akzente zu setzen. Seit Mai führt Mag. Maximilian Müllneritsch die traditionsreiche Sankt Hubertus Apotheke in Aschach und bringt dafür nicht nur neue Ideen mit, sondern nimmt auch einen Umzug von Kärnten nach Oberösterreich in Kauf.

Der Wunsch nach einer eigenen Apotheke begleitete Müllneritsch schon seit längerer Zeit. Dass ihn dieser schließlich nach Oberösterreich führte, war für ihn zweitrangig. „Ich habe schon länger den Wunsch gehabt, mich selbstständig zu machen. In Kärnten hat sich damals keine Apotheke gefunden, die für mich in Frage gekommen wäre. Als ich auf die außergewöhnlich schöne Sankt Hubertus Apotheke aufmerksam wurde, war der Wunsch nach einer eigenen Apotheke so groß, dass auch der Wechsel des Bundeslandes kein Hindernis mehr war“, erzählt Müllneritsch.

Ein neuer Berufsalltag

Mit der Übernahme veränderte sich der Arbeitsalltag grundlegend. Neben der pharmazeutischen Tätigkeit rückten Personalführung, Organisation und unternehmerische Entscheidungen in den Mittelpunkt. „Die Arbeitstage sind natürlich länger geworden, aber auch erfüllender“, berichtet Müllneritsch. Parallel zum laufenden Betrieb sei das Sortiment erweitert, Lagerkapazitäten seien optimiert und zahlreiche organisatorische Abläufe neu strukturiert worden. Gleichzeitig sei es ein besonderes Gefühl gewesen, sich Schritt für Schritt „genau jenes berufliche Umfeld zu schaffen, das den eigenen Vorstellungen entspricht“.

Bewährt erhalten, Neues entwickeln

Einen radikalen Kurswechsel wollte der neue Inhaber bewusst nicht. Vielmehr setzt er darauf, die bisherigen Stärken der Apotheke weiterzuführen und gezielt auszubauen. So wurde das Sortiment im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel modernisiert und um eine eigene Linie ergänzt.

„Wir wollen weiterhin ausreichend Zeit für die Beratung haben und ein niederschwelliger Gesundheitsdienstleister sein“, betont Müllneritsch. Gerade der persönliche Kontakt zu den Kundinnen und Kunden sei eine der größten Stärken der Apotheke und solle auch künftig im Mittelpunkt stehen. Eine weitere Neuerung betrifft die Öffnungszeiten: Seit der Übernahme ist die Apotheke montags bis freitags durchgehend von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Die bisherige zweistündige Mittagspause wurde abgeschafft.

Positive Resonanz aus der Bevölkerung

Gerade nach einer Übernahme beobachten viele Stammkundinnen und Stammkunden genau, ob sich die vertraue Atmosphäre verändert. Die Rückmeldungen seien bislang durchwegs positiv ausgefallen. „Den Kundinnen und Kunden war wichtig, dass dieser persönliche Bezug erhalten bleibt. Gleichzeitig waren viele sehr dankbar für die Sortimentserweiterung und die längeren Öffnungszeiten“, erzählt Müllneritsch. Gleichzeitig sehe er dieses Vertrauen auch als Auftrag, den bisherigen hohen Qualitäts- und Servicestandard konsequent fortzuführen. 

Sankt Hubertus Apotheke in Aschach.
Die Übernahme fiel zudem in ein besonderes Jubiläumsjahr: Die Sankt Hubertus Apotheke feiert heuer ihr 180-jähriges Bestehen. Gefeiert wurde das mit einer Neueröffnungswoche, verschiedene Aktionen sowie einer kleinen Ausstellung zur Geschichte der Apotheke und ihrer früheren Konzessionäre.St. Hubertus Apotheke Aschach

Apotheke als Gesundheitsdienstleister stärken

Für die kommenden Jahre hat der Apotheker bereits konkrete Ziele. Neben einer stärkeren Wahrnehmung über die Ortsgrenze hinaus soll vor allem das pharmazeutische Dienstleistungsangebot wachsen. „Wenn wir neue Dienstleistungen wie Medikationsanalysen oder Impfen vor Ort anbieten können und die niederschwellige Beratung weiter ausbauen, dann haben wir viel erreicht“, sagt Müllneritsch. Auch für den Berufsstand wünscht er sich eine engere Zusammenarbeit innerhalb des Gesundheitssystems. „Die Kommunikation zwischen Ärzten, Apotheke, Pflegekräften und den Krankenkassen sollte noch besser funktionieren. Am Ende geht es darum, gemeinsam die beste Therapie für die Patientinnen und Patienten zu ermöglichen“, erklärt Müllneritsch.

Auch nach vielen Berufsjahren hat der Apothekerberuf für Müllneritsch nichts von seiner Faszination verloren. Der Grund dafür liegt im abwechslungsreichen Arbeitsalltag.

Rückblickend sei auch die Übernahme selbst erfreulich reibungslos verlaufen. „Wir haben uns im Vorfeld intensiv vorbereitet. Deshalb ist der Übergang sehr harmonisch verlaufen und größere Überraschungen sind ausgeblieben“, resümiert Mülleritsch.



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