Aldara-Zäpfchen mit dem Wirkstoff Imiquimod sind eine Therapieoption bei viralen Erkrankungen im Analbereich. In manchen Apotheken werden sie regelmäßig angefertigt, in anderen hingegen kaum bis gar nicht. Beim ersten Kontakt wirkt die Herstellung durchaus wie eine kleine Kuriosität. Hat man die wesentlichen Punkte jedoch im Blick, ist sie gut umsetzbar und im Alltag problemlos durchzuführen.
Die Aldara Creme enthält den Wirkstoff Imiquimod, einen Immunmodulator, der die körpereigene Abwehr stimuliert. Dadurch wird die antivirale Immunantwort verstärkt, was insbesondere bei durch humane Papillomaviren verursachten Veränderungen therapeutisch genutzt wird. Die Creme wird dreimal pro Woche vor dem Schlafengehen aufgetragen und soll mindestens sechs Stunden auf dem Bereich verbleiben. Zugelassen ist das Arzneimittel auch bei Basalzellkarzinomen und aktinischen Keratosen.
Keine Zäpfchen-Fertigpräparate
Zum Einsatz kommen Aldara-Zäpfchen vor allem bei Feigwarzen (Condylomata acuminata) sowie bei intraanalen Befunden. Die Applikation als Suppositorium ermöglicht eine gezielte lokale Therapie im Analkanal, insbesondere wenn eine direkte Anwendung der Creme nicht praktikabel ist.
Die Anwendung erfolgt üblicherweise dreimal pro Woche über drei bis vier Monate. Die Verweildauer im Analkanal sollte mindestens acht Stunden betragen.
Magistrale Rezepturen
Die Herstellung erfolgt als magistrale Zubereitung, wobei unterschiedliche Zubereitungsanweisungen auf Rezepten gefunden werden können:
Analog zur NRF-Angabe der Imiquimod-Tamponadezäpfchen 6,25 mg
Imiquimod Creme 5-prozentig (Aldara) 0,875 g
Adeps neutralis quantum satis (q.s.)
div. part. aeq. VII Supp. (hier enthält ein Zäpfchen 0,124 g Creme)
Rezeptur laut einer Anstaltsapotheke:
Aldara Creme 3,0 g (1 OP)
Adeps neutralis q.s.
m. f. Supp. Nr. XXIV
Weitere gefundene Variante:
Aldara Creme 5 Prozent Sachets 12 x 0,25g
Neutralfett 24,0 g
m. f. Supp. Nr. XII
1 Beutel der Aldara Creme enthält 0,25 g Creme mit je 12,5 mg Imiquimod.
Herstellung keine Routinearbeit
Die Herstellung erfordert etwas Aufmerksamkeit, da eine hydrophile Creme in eine lipophile Grundlage eingearbeitet wird. Ziel ist eine möglichst homogene Verteilung des Wirkstoffs in der Grundlage.
Zunächst wird Adeps neutralis im Wasserbad klar geschmolzen. Anschließend wird die Aldara-Creme unter ständigem Rühren eingearbeitet. Um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten, empfiehlt sich ein portionsweises Gießen, beispielsweise in kleinen Chargen von zwei bis vier Suppositorien. Die Masse wird als Cremeschmelze in die Formen gegossen und unter regelmäßigem Rühren verarbeitet, um eine Entmischung zu vermeiden.
Faden oder Mulleinlage?
Ein zentraler Punkt in der Herstellung ist die Applikationshilfe – hier bestehen zwei unterschiedliche Ansätze: die klassische Mulleinlage und die Verwendung eines Fadens.
Die Herstellung mit Mulleinlage (NRF-Variante) ist grundsätzlich möglich, bringt jedoch praktische Schwierigkeiten mit sich. Insbesondere der Verdrängungsfaktor der Mullbinde lässt sich nur schwer exakt berechnen, was die korrekte Dosierung und Gleichmäßigkeit der Suppositorien erschwert. Aus diesem Grund wird diese Variante in der Praxis oft als weniger praktikabel angesehen.
Alternativ hat sich die Verwendung eines Fadens etabliert. Dabei wird ein etwa 70 cm langer Faden, beispielsweise Häkelgarn, verwendet, der ausschließlich der Fixierung dient. Dieser wird nach dem Gießen in die noch weiche Masse eingebracht. Es kann sinnvoll sein, den Faden mittig zu einer kleinen Schlaufe zu knoten und vorab mit Adeps zu imprägnieren, um die Handhabung zu erleichtern. Nach der Applikation kann der Faden zur Fixierung um den Oberschenkel gebunden werden.
Nach dem vollständigen Erstarren werden die Suppositorien lichtdicht verpackt, idealerweise einzeln, etwa in Aluminiumfolie (Variante mit der Mulleinlage) oder einer entsprechenden lichtschützenden Verpackung.
