Die Frage nach der „Apotheke der Zukunft“ stellen sich derzeit viele. In Zeiten der Telemedizin, Point-of-Care-Tests und neuen Beratungsleistungen verändert sich die Apothekenwelt. Auch die Mitarbeiterführung befindet sich im Wandel: Muss etwa der Führungsstil an neue Anforderungen angepasst werden? Das ApoTalk-Event am 18. September trägt daher den Titel „Apotheke der Zukunft – Neue Wirkstoffe für bestehende Herausforderungen“ und versucht, Antworten auf einige dieser Fragen zu finden.
Der ApoTalk richtet sich sowohl an gründungswillige als auch an bereits etablierte Apotheker:innen. Bei den Veranstaltungen beleuchten die Gastgeber Dr. Karma Hohl, Rechtsanwältin für Apothekenrecht, und DI (FH) Thomas Schmit, Sachverständiger für Apotheken-Bedarfsprüfungen, jeweils unterschiedliche Aspekte aus der Apothekenwelt.
Am 18. September ist es bereits zum vierten Mal so weit. Im Private Members Club (Am Hof 8, 1010 Wien) findet die Veranstaltung von 8.30 bis 11.00 Uhr statt. Anschließend gibt es wieder ein „Meet the Experts“ mit den Vortragenden, bei dem Zeit für Fragen und Diskussionen zur Verfügung steht.
Mitarbeiterführung in der Apotheke der Zukunft
Wie sich nicht nur die Ansprüche der Kund:innen, sondern auch jene der Mitarbeiter:innen verändert haben, thematisiert Mag. pharm. Astrid Janovsky. Die Offizinapothekerin verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung, davon 16 Jahre in leitender Position. Im Rahmen ihres Post-Graduate-Studiums der Sprechwissenschaften in Regensburg beschäftigte sie sich intensiv mit betrieblicher Gesprächskultur und Mitarbeiterkommunikation. Heute leitet sie eine mittelgroße Apotheke mit zehn Mitarbeiter:innen in der Nähe von Stuttgart.
In ihrer Keynote „Mitarbeiterführung in der Apotheke der Zukunft“ geht Janovsky der Frage nach, wie moderne Führung in der Apotheke aussehen kann.

„Patriarchische Führungsstile mit dem väterlichen, aber alles dominierenden Inhaber haben ausgedient. New Leadership ist gefragt und das bedeutet, die Mitarbeiter bestmöglich in Prozesse und Entscheidungen einzubeziehen“, erklärt Janovsky.
Praxisnah soll unter anderem geklärt werden, wie Jahres- und Feedbackgespräche gestaltet werden können, wie Kritik richtig kommuniziert wird und wann Teambesprechungen sinnvoll sind. Dabei soll auch gezeigt werden, welchen Mehrwert eine moderne Gesprächs- und Führungskultur für den Apothekenbetrieb haben kann.
Von der reinen Arzneimittelabgabe zur Prävention
Einen anderen Blick auf die Apotheke der Zukunft wirft Mag. pharm. Karoline Sindelar. Die Wiener Apothekerin ist Aspiranten- und PKA-Prüferin, Visitatorin, Vortragende und Podcasterin.
Ihr Vortrag trägt den Titel „Mission Zukunft: Apotheke Impossible?“ und beschäftigt sich damit, wie sich die Vor-Ort-Apotheke über die klassische Arzneimittelversorgung hinaus weiterentwickeln kann. Im Mittelpunkt stehen neue Dienstleistungen und personalisierte Beratung.

„Mit der Erweiterung des Angebots um innovative Leistungen wie POC-Tests, Telemedizin, Medikationsanalysen und personalisierte DNA-Tests kann sich die klassische Vor-Ort-Apotheke zukünftig von der reinen Arzeimittelabgabestelle hin zur Apotheke der Zukunft entwickeln“, ist sich Sindelar sicher.
Damit sich die Apotheke stärker in Richtung einer dienstleistungsorientierten Prävention entwickeln kann, brauche es laut der Apothekerin auch Teams, die Veränderungen aktiv mitgestalten und neue Beratungskompetenzen entwickeln. Das Motto: „Medikamente können wir. Zukunft auch.“
Was ändert sich bei der Bedarfsprüfung?
Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für neue Apotheken stehen auf dem Programm. Schmit und Hohl widmen sich der Bedarfsprüfung und damit einem Thema, das insbesondere für Konzessionsverfahren relevant ist.
Im Frühjahr 2026 lag der Abschlussbericht von Prof. Dr. Eidenberger zur Frage vor, wie relevante Datenquellen für die Ermittlung sogenannter Einwohnergleichwerte nach § 10 Apothekengesetz herangezogen werden können.
Unter dem Titel „Bedarfsprüfung neu: Die neue Einwohnergleichwerte-Studie nach Prof. Dr. Eidenberger und deren Auswirkungen auf die Konzessionsverfahren“ wolle die beiden Gastgeber erläutern, was diese Ergebnisse für die Bedarfsprüfung bedeuten.

„Dabei wollen wir sowohl die Auswirkungen auf bereits anhängige Konzessionsverfahren als auch auf künftige Neukonzessionsverfahren beleuchten“, erklären Hohl und Schmit.
