e-card vergessen? Mit dem Smartphone geht’s jetzt auch


Viktoria Anderle

Symbolbild: Eine Hand hält die e-card App an ein Lesegerät.
Für die digitale e-card ist die ID Austria notwendig. Diese kann ab dem 14. Lebensjahr beantragt werden.SVC/Wilke

Die e-card ist nun auch digital am Smartphone verfügbar. Damit kann sie in Apotheken wie gewohnt, nur ohne physische Karte, verwendet werden. Voraussetzung sind ein NFC-fähiges Smartphone, eine App der Sozialversicherung und die Anmeldung über die ID Austria.

„Ich habe meine e-card zuhause vergessen, können Sie auch so auf mein Rezept zugreifen?“, bisher lautete die Antwort auf diese Frage in der Apotheke meist: „Nein, ohne eCard geht leider nichts.“ Seit Kurzem jedoch heißt es: „Ja, mit Ihrem Smartphone schon!“

Zugriff in Apotheken, Ambulanzen vorerst nicht

Mit der digitalen e-card steht ein Service der Sozialversicherung zur Verfügung, das die klassische e-card ergänzt. Nach dem Login mit der ID Austria kann die digitale Version direkt in einer App wie „MeineSV“ genutzt werden. In der Praxis funktioniert sie wie die physische Karte: Wird das Smartphone an ein e-card Lesegerät gehalten, erhaltendie Ärztin, der Arzt oder die Apotheke Zugriff auf die relevanten Daten.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Die e-card muss nicht mehr zwingend physisch mitgeführt werden, das Smartphone reicht aus. In Spitälern und Ambulanzen wird aus technischen Gründen derzeit weiterhin die physische e-card benötigt. Daher empfiehlt die e-card Serviceline, diese bei Terminen im Krankenhaus mitzuführen. Auch in anderen Situationen wie etwa bei eingeschränktem Empfang oder technischen Problemen kann es sinnvoll sein, die Karte griffbereit zu haben.

Voraussetzungen für die Nutzung

Für die digitale e-card braucht es nur wenige Voraussetzungen:

  • ein NFC-fähiges Smartphone
  • eine aktuelle App der Sozialversicherung (MeineSV, MeineÖGK, bald auch über MeineBVAEB und svsGO)
  • eine aufrechte Internetverbindung
  • eine gültige ID Austria für den Login

Auch bei gesperrter e-card

Auch wenn die physische e-card gesperrt ist, kann die digitale Version verwendet werden, vorausgesetzt, es liegt ein gültiger Ausstellungsauftrag vor und die Anmeldung erfolgt über eine gültige ID Austria. Damit bleibt der Zugang zum System auch in solchen Fällen erhalten.

Sicherheit und begrenzte Laufzeit

Ein häufiger Einwand betrifft die Sicherheit, insbesondere bei sensiblen Gesundheitsdaten. Laut Sozialversicherung werden jedoch keine Gesundheitsdaten auf der digitalen e-card gespeichert. Wie bei der physischen Karte dient sie lediglich als Schlüssel zum Zugriff auf das System. Die Nutzung ist laut Sozialversicherung zusätzlich abgesichert durch einen Zugriff nur nach Login mit ID Austria, einer verschlüsselten NFC-Verbindung und der Verwendung mit ausschließlich autorisierten Lesegeräten.

Zudem ist die digitale e-card auf eine Laufzeit von zwölf Monaten begrenzt. Danach wird sie automatisch ungültig und muss neu hinzugefügt werden. Diese Befristung soll vor allem als Sicherheitsaspekt dienen.

So geht´s

Nach dem Login in eine App der Sozialversicherung, etwa die MeineSV App, steht das Service „digitale e-card“ direkt zur Verfügung. Ist noch keine digitale e-card hinterlegt, kann sie dort einfach hinzugefügt werden.

  • Login mit ID Austria durchführen und das Service „digitale e-card“ auswählen
  • Digitale e-card öffnen oder „verwenden“ auswählen, bis der Hinweis erscheint, dass sie bereit ist
  • Smartphone nahe und ruhig an den „GINO“-Schriftzug des Lesegeräts halten
    • iPhone: NFC-Schnittstelle ist auf der Rückseite des Gerätes an der oberen Kante (in Nähe der Kamera)
    • Android: NFC-Schnittstelle ist meistens auf der Rückseite des Gerätes
  • Warten, bis die drei LED-Lämpchen grün leuchten, dann ist der Vorgang ist abgeschlossen

Blick in die Praxis

„Die ersten Kundinnen und Kunden kommen bereits mit der digitalen e-card in die Apotheke. Grundsätzlich funktioniert das wirklich gut“, berichtet eine Apothekerin aus der Praxis. „Beim iPhone muss man darauf achten, das Gerät mit der oberen Kante an das Lesegerät zu halten, weil sich dort die NFC-Schnittstelle befindet. Bei Android-Geräten liegt der Lesepunkt meist auf der Rückseite.“ „Die einfache Anwendung und die neue Möglichkeit werden von der Kundschaft sehr positiv aufgenommen“, erklärt die Apothekerin weiter.

Ganz reibungslos läuft es aber nicht immer: „Gerade beim iPhone passiert es gelegentlich, dass sich statt der e-card die Bankomatkarte aktiviert. Da muss man ein wenig aufpassen. Hat man den Dreh aber einmal raus, klappt die Anwendung problemlos.“

An den gewohnten Prozessen in Praxen und Apotheken ändert sich laut einer Aussendung der Sozialversicherung auch durch die digitale e-Card nichts. Über 15.000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, etwa 3000 weitere Gesundheitseinrichtungen sowie alle 1400 österreichischen Apotheken sind an das e-Card System angebunden.



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