Bei Traditioneller Chinesischen Medizin (TCM) denkt man in der Apotheke meist an Tees, Tinkturen oder Dekokte. Doch nicht jede Beschwerde lässt sich damit ausreichend behandeln. Gerade bei lokalen Beschwerden rücken andere Darreichungsform wie beispielsweise Vaginalsuppositorien in den Fokus.
Ein Punkt, der in der Praxis häufig nicht bedacht wird: TCM ist kein rein pflanzliches System. Neben pflanzlichen Rohdrogen kommen, je nach Rezeptur, auch mineralische und tierische Bestandteile zum Einsatz. Dazu zählen etwa Schalen, fossile Substanzen, tierische Ausgangsstoffe und auch Insektenbestandteile, die in der TCM ebenfalls verwendet werden. Genau diese Vielfalt macht die Übertragung in klassische pharmazeutische Darreichungsformen anspruchsvoll, erst recht in einem sensiblen Bereich wie der vaginalen Anwendung.
Traditionell als Dekokt
Traditionell wird TCM häufig als Dekokt angewendet, also als wässriger Auszug aus Rohdrogen. In den modernen Anwendungen haben sich vor allem Granulate und alkoholische Auszüge wie Tinkturen, etabliert, weil sie standardisierter sind und die Einnahme erleichtern. All diesen Zubereitungen ist gemeinsam, dass sie ursprünglich für die systemische Anwendung gedacht sind. Eine direkte Übertragung auf eine lokale Darreichungsform wie Vaginalzäpfchen ist daher nicht ohne Weiteres möglich.
Für TCM-Vaginalzäpfchen im Zusammenhang mit HPV werden beispielsweise pflanzliche Rohstoffe wie Curcumae zedoariae rhizoma (Zitwerwurzel), Scuttelariae Radix (Baikal-Helmkraut), Cnidii Fructus (Brenndoldenfrüchte), Patriniae herba (Patriniakraut) und Polygonati cuspidatae rhizoma (Buschknöterichwurzelstock) eingesetzt, denen antimikrobielle und entzündungsregulierende Eigenschaften zugeschrieben werden. Die Auswahl und Anwendung erfolgt dabei ausschließlich auf ärztliche Verordnung und wird individuell an das jeweilige Beschwerdebild angepasst.
Komplexe Herstellung
In der Theorie klingt es einfach: Wirkstoffe lokal einsetzen, gezielt behandeln, fertig. In der Rezeptur schaut das Ganze anders aus. Denn manche TCM-Drogen lassen sich das nicht ohne Weiteres in eine klassische Rezeptur übertragen. Die Inhaltsstoffe lösen sich nicht einfach im Fett, sie lassen sich nicht sauber in ein wasserhaltiges System einarbeiten, genau hier beginnt die Herausforderung.
Eine Grundlage wie Adeps neutralis ist zwar Standard bei Vaginalsuppositorien, bei TCM-Drogen funktioniert sie jedoch nur eingeschränkt. Der Grund: Die komplexen Rezepturen lassen sich weder gleichmäßig verteilen noch in ihrer Freisetzung verlässlich steuern. Entsprechend muss man sich mit der Frage auseinandersetzen, wie sich daraus stabile und anwendbare Vaginalsuppositorien herstellen lassen.
Ablauf in der Praxis
In der Praxis läuft es meist darauf hinaus, dass das Granulat so fein wie möglich vermahlen und dann in die geschmolzene Grundlage eingerührt wird. Das funktioniert, aber nur bis zu einem gewissen Punkt.
TCM-Vaginalzäpfchen (Suspension):
- TCM-Granulat (fein vermahlen) 0,5 – 1 g
- Adeps neutralis ad 3
TCM Vaginalzäpfchen (Extraktbasis):
- Konzentrierter TCM-Extrakt: entsprechend gewünschter Wirkstoffmenge
- Adeps neutralis ad 3 g
Gegossen wird in Suppositorien-Formen zu je 3g.
Gerade bei vaginaler Verabreichung merkt man schnell, dass man sich keine Ungenauigkeiten leisten kann. Wichtig ist ebenfalls eine hygienische Arbeitsweise. Ungenauigkeiten können hier schnell zu Problemen führen. Sind Partikel des Wirkstoffes zu grob, wird es unangenehm und kommt zu Schleimhautreizungen. Ist die Verteilung zudem nicht homogen, lässt sich die Wirkung schwer einschätzen.
