Unter einer Therapie mit Amitriptylin sind Nebenwirkungen wie Diarrhoe und Erbrechen möglich. Leiden die Patient:innen unter Übelkeit und soll diese behandelt werden, sollte auf Dimenhydrinat verzichtet werden.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, werden nicht immer als Nebenwirkung ausgemacht, sondern als unabhängige Beschwerden angesehen und behandelt. Sollen diese mit anderen Arzneimitteln behandelt werden, sollte an Wechselwirkungen gedacht werden – ein Beispiel ist die Kombi Amitriptylin und Dimenhydrinat.
Wirkstoffcheck: Amitriptylin und Dimenhydrinat
Amitriptylin gehört zu den trizyklischen Antidepressiva und kommt zur Behandlung depressiver Erkrankungen wie Episoden einer Major Depression zum Einsatz. Weitere Indikationsgebiete sind die Therapie neuropathischer Schmerzen und die Prophylaxe chronischer Spannungskopfschmerzen oder Migräne. Der nichtselektive Monoamin-Wiederaufnahmehemmer besitzt anticholinerge, analgetische und sedierende Eigenschaften. Amitriptylin blockiert die Rückresorption und somit die Inaktivierung der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin. Die antidepressive Wirkung setzt jedoch erst nach etwa zwei bis vier Wochen ein.
Dimenhydrinat ist ein H1-Antihistaminikum, das nach Gewicht dosiert wird (pro kg/KG dürfen 1,25 mg Dimenhydrinat verabreicht werden) und ist in verschiedenen Darreichungsformen auf dem Markt – als Tablette, Saft, Kaugummi oder Zäpfchen. Angewendet wird der Wirkstoff gegen Übelkeit und Erbrechen. Dimenhydrinat unterdrückt die Histamin-Wirkung und wirkt so Übelkeit und Erbrechen entgegen.
Das Problem
Dimenhydrinat sollte nicht zusammen mit Amitriptylin eingenommen werden. Das Antidepressivum kann die anticholinergen Nebenwirkungen des Antiemetikums in unvorhersehbarer Weise verstärken. Mundtrockenheit, Obstipation oder Harnverhalten sowie eine Erhöhung des Augeninnendrucks können die Folgen sein. Die kombinierte Anwendung sollte vermieden werden.
Achtung, Dimenhydrinat sollte außerdem nicht in Kombi mit Monoaminoxidase-(MAO)-Hemmern angewendet werden. Der Grund: das Risiko einer lebensbedrohlichen Darmlähmung sowie analog zu den trizyklischen Antidepressiva Harnverhalt und Erhöhung des Augeninnendrucks. Außerdem können Blutdruckabfall und Einschränkung der Atmung auftreten.
