Abnehmspritze: Risiko für Sehnenrisse erhöht


Redaktion

Symbolbild: Abnehmspritze mit Maßband umwickelt
Unter der Anwendung von Abnehmspritzen wiesen Patient:innen bis zu 1,5-mal häufiger Sehnenrisse auf.Foto: Kassandra/stock.adobe.com

GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid kommen neben der Behandlung von Diabetes Typ 2 auch zur Gewichtsregulierung zum Einsatz. Während die Pfunde purzeln, wird über Nebenwirkungen diskutiert. Wie sich zeigt, steigt unter Abnehmspritzen das Risiko für Sehnenrisse.

Weil die Wirkstoffe selektiv als GLP-1-Rezeptoragonisten fungieren und durch eine Aktivierung des Rezeptors einerseits für eine Senkung des Blutzuckerspiegels sorgen, andererseits aber auch den Appetit und somit auch die Energieaufnahme verringern, reduzieren sich auch Körpergewicht und Körperfettmasse. Somit gilt für viele Nutzer:innen der Grundsatz: „Spritze rein, schlanker sein!“

Zuletzt wurde vor den mit der Abnehmspritze verbundenen Risiken, die oft unterschätzt würden, gewarnt. So reichen die möglichen Nebenwirkungen von mitunter schweren gastrointestinalen Beschwerden bis hin zu Sehstörungen. Nun weisen Forschende auf eine weitere Gefahr hin: ein erhöhtes Risiko für Sehnenrisse unter Abnehmspritzen.

Abnehmspritzen: Erhöhtes Risiko für Sehnenrisse

Ein Team der University of Texas hat die Gesundheitsdaten von rund 157.000 Patient:innen aus dem TriNetX-Netzwerk von mehr als 70 Gesundheitseinrichtungen in den USA ausgewertet. Jeweils rund die Hälfte der Personen wurde mit GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt, die andere nicht. Die Nachbeobachtung lief über fünf Jahre. Im Fokus stand dabei das Auftreten von Sehnenrissen.

Das Ergebnis: Unter der Anwendung von Abnehmspritzen wiesen Patient:innen bis zu 1,5-mal häufiger Sehnenrisse auf. Genau zeigten sich deutlich öfter Risse der Rotatorenmanschette, der Achillessehne und weiterer größerer Sehnenbereiche, auch in Knien und/oder Füßen.

Zwar sei das Auftreten von Sehnenrissen insgesamt nur selten zu beobachten, doch wenn dann kam es unter Abnehmspritzen deutlich häufiger dazu, heißt es von den Forschenden. Dabei wurden auch weitere Einflussfaktoren wie BMI, Alter, Geschlecht, Diabetesrisiko und Cholesterinwerte berücksichtigt. Und auch die Einnahme von Statinen, die ebenfalls mit Sehnenverletzungen als mögliche unerwünschte Wirkung in Verbindung gebracht werden, wurde einbezogen.

Ursachen noch unklar

Wie es zu dem erhöhten Risiko für Sehnenrisse unter Abnehmspritzen kommen kann, ist den Wissenschaftler:innen zufolge nicht klar. Sie vermuten jedoch einerseits eine verringerte Nährstoffaufnahme als Ursache, die wiederum zu einer Schwächung des Sehnengewebes führen könnte. Andererseits könnte auch der mit der Gewichtsabnahme verbundene Muskelverlust eine Rolle spielen, da dadurch auch die Belastung auf die Sehnen steigt.

Patient:innen sollten unter der Anwendung von Abnehmspritzen entsprechend sensibilisiert werden und vor allem Personen mit einem bereits erhöhten Risiko gewarnt werden. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist ebenfalls angezeigt, bis weitere Studienergebnisse zum Zusammenhang vorliegen.



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