Neue Forschungskooperation am Campus Tulln


Redaktion

Pflanzenarzneien sollen in Tulln künftig stärker wissenschaftlich erforscht und weiterentwickelt werden.AdobeStock_266850119/totojang1977

Heilpflanzenforschung bekommt in Tulln mehr Gewicht. Am Campus entsteht ein neues Institut für Phytopharmazie, getragen von Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Bionorica und dem Land Niederösterreich. Geplant sind drei Stiftungsprofessuren und ein stärkerer Fokus auf pflanzliche Arzneimittel mit wissenschaftlicher Evidenz.

Drei Stiftungsprofessuren geplant

Geplant sind drei Stiftungsprofessuren. Eine davon wird vollständig von Land Niederösterreich finanziert, zwei weitere von der Universität für Bodenkultur Wien und Bionorica. Die erste Stiftungsprofessur soll im Herbst ausgeschrieben werden. Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf sieht darin einen Schritt für den Wissenschaftsstandort: „Gemeinsam mit Bionorica und der Universität für Bodenkultur setzen wir am Freitag den 22. Mai den Startpunkt für ein neues Institut im Bereich der Phytopharmazie.“ Am Standort Tulln werde Forschung und Entwicklung vereint. Pernkopf sprach von „Wissenschaft und Forschung, die wirkt“.

Auch BOKU-Rektorin Eva Schulev-Steindl betonte die Bedeutung des Standorts. Für die Universität sei es wichtig, die eigene Arbeit „in den Dienst der Menschen“ zu stellen. In Tulln entstehe ein neuer Ort „mit konkretem gesellschaftlichem Nutzen“. Die neue Stifungsprofessuren seien zudem „eine großartige Bereicherung unseres Portfolios“.

Pflanzenwissen mit klinischer Evidenz

Bionorica-CEO Michael Popp verwies nach eigenen Angaben auf die lange Forschungstätigkeit des Unternehmens in Österreich: „Wir betreiben seit 40 Jahren Forschung hier in Österreich.“ In der Natur steckte viel Potenzial. Die Pharmakognosie, also die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit pflanzlichen Arzneimitteln, gebe es laut Popp „so nur in Österreich“. Mit dem ersten Lehrstuhl für Pharmakognosie wolle man gezielt herausfinden, wie die hergestellten Arzneimittel wirken.

Standort Tull wird weiter ausgebaut

Auch Tullns Bürgermeister Peter Eisenschenk sieht in der Kooperation einen wichtigen Impuls für die Stadt. Der heutige Tag sein „ein großer Erfolg“ für die Stadtgemeinde. „Das neue Institut für Pharmakognosie ist für unsere Stadt ganz wesentlich: Eine nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandorts Tulln und es werden hochwertige Arbeitsplätze geschaffen“, so Eisenschenk.

Damit wird Tulln nicht nur als Forschungsstandort gestärkt, das neue Institut soll auch zeigen, wie viel wissenschaftliches Potenzial in pflanzlichen Arzneimitteln noch steckt.

OTS



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