Rheumatoide Arthritis: Neue Studie zeigt früh, ob Methotrexat wirkt


Redaktion

Symbolbild: Eine Hand mit geschwollenen Fingergelenken, wie sie bei rheumatoider Arthritis auftreten können.
Eine Studie der MedUni Wien zeigt, dass sich bereits wenige Wochen nach Beginn einer Methotrexat-Therapie Veränderungen im Immunsystem nachweisen lassen, die den späteren Behandlungserfolg vorhersagen könnten. Foto:stock.adobe.com/Valentina

Methotrexat gilt seit Jahren als Standardtherapie bei rheumatoider Arthritis, doch ob Patientinnen und Patienten darauf ansprechen, zeigt sich bisher oft erst nach mehreren Wochen oder Monaten. Forschende der Medizinischen Universtität Wien haben nun Veränderungen im Immunsystem identifiziert, die bereits drei Wochen nach Therapiebeginn Rückschlüsse auf den späteren Behandlungserfolg ermöglichen könnten.

Methotrexat (MTX) gehört weltweit zu den wichtigsten Medikamenten gegen rheumatoide Arthritis. Wie der Wirkstoff das Immunsystem in den ersten Wochen nach Therapiebeginn verändert, war bisher allerdings nur unzureichend verstanden. Ein Forschungsteam der Universtitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien kombinierte deshalb Einzelzell-RNA-Sequenzierung mit moderner Immunphänotypisierung. So konnten Veränderungen einzelner Immunzellpopulationen und molekularer Signalwege im Verlauf der Behandlung genau verfolgt werden.

Studienleiterin Teresa Preglej betont: „Indem wir Patientinnen und Patienten bereits ab Therapiebeginn begleitet haben, konnten wir Veränderungen des Immunsystems beobachten, die lange vor einer klinisch messbaren Verbesserung auftreten.“

Responder und Non-Responder unterscheiden sich früh

Für die Untersuchung begleiteten die Forschenden Patientinnen und Patienten, die zuvor noch keine Therapie erhalten hatten, während der ersten 12 Wochen einer MTX-Behandlung. Bereits nach drei Wochen zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen Personen, die später gut auf Methotrexat ansprachen, und jenen, bei denen die Therapie weniger wirksam war. Zu den auffälligsten Veränderungen gehörten eine Abnahme der T-follikulären Helferzellen sowie der Plasmablasten, einer spezialisierten Form antikörperbildender B-Zellen. Diese Veränderungen traten vor allem bei den späteren Respondern auf, während sie bei Non-Responder kaum ausgeprägt waren.

Co-Senoirautor Michael Bonelli bezeichnete dies als einen der wichtigsten Befunde der Untersuchung: „Eine der spanndesten Beobachtungen war, dass sich entscheidende Immunzellpopulationen bereits innerhalb weniger Wochen verändern.“ Solche frühen Signaturen könnten künftig helfen, den Therapieerfolg deutlich früher vorherzusagen als bisher.

Neue Einblicke in die Wirkung von Methotrexat

Neben den Veränderungen der Immunzellen identifizierte das Team auch umfangreiche molekulare Umprogrammierungen des Immunsystems und bislang unbekannte Signalwege, die mit der Behandlung zusammenhängen. Ergänzende Laborexperimente zeigten zudem direkte Effekte von Methotrexat auf die Entwicklung von Plasmablasten. Erstautorin Anela Tosevska sieht darin einen wichtigen Schritt für die Behandlung: „Ein besseres Verständnis dieser frühen Veränderungen könnte künftig dabei helfen, jene Patientinnen und Patienten zu identifizieren, die wahrscheinlich besonders von der Therapie profitieren.“

Grundlage für gezieltere Therapie

Die Forschende sehen in den Ergebnissen die bislang umfassende Analyse der biologischen Wirkmechanismen von Methotrexat in den ersten Behandlungswochen. Da ein erheblicher Teil der Betroffenen nicht ausreichend auf die Standardtherapie anspricht, könnten frühe biologische Marker künftig dazu beitragen, Behandlungen schneller anzupassen und Betroffenen früher alternative Therapieoptionen zu ermöglichen.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Annals of the Rheumatic Diseases veröffentlicht.

APA



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