Menschen mit Typ-2-Diabetes könnten auch bei gleichzeitig bestehender COPD von modernen antidiabetischen Therapien profitieren. Darauf weist eine aktuelle Metaanalyse von acht Studien hin. Demnach war die Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren mit einer um rund ein Drittel geringeren Rate an COPD-Exazerbationen verbunden als andere Diabetesmedikamente.
Typ-2-Diabetes und COPD treten häufig gemeinsam auf und verstärken sich gegenseitig in ihrer Krankheitslast. Insbesondere akute Verschlechterungen der COPD verlaufen bei Menschen mit Diabetes öfter und schwerer und sind mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität verbunden. Vor diesem Hintergrund rücken SGLT-2-Inhibitoren (SGLT2i) zunehmend in den Fokus, da sie über ihre blutzuckersenkende Wirkung hinaus möglicherweise günstige Effekte auf entzündliche Prozesse und die Lungenfunktion haben.
Systematische Analyse
Um den möglichen Zusammenhang genauer zu untersuchen, führten Forschende eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse gemäß den PRISMA-Leitlinien durch. Dafür wurden mehrere internationale Datenbanken, darunter PubMed, Embase und Web of Science, ausgewertet. Eingeschlossen wurden Studien bis März 2025, die quantitative Angaben zu COPD-Exazerbationen oder Hospitalisierungen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes enthielten. Verglichen wurden SGLT2i mit anderen antidiabetischen Wirkstoffklassen hinsichtlich ihres Einflusses auf das Risiko von COPD-Exazerbationen.
Signifikante Reduktion von Exazerbationen
Insgesamt flossen Daten von rund 464.000 Patient:innen aus acht Studien in die Auswertung ein. Die Ergebnisse zeigen, dass unter SGLT2i das Risiko für COPD-Exazerbationen um 35 Prozent signifikant erniedrigt wurde.
Auch im Vergleich zu DPP-4-Inhibitoren und Sulfonylharnstoffen zeigte sich eine deutliche Risikoreduktion. Für schwere Exazerbationen konnte hingegen kein statistisch signifikanter Vorteil nachgewiesen werden. In Subgruppenanalysen war gegenüber GLP-1-Rezeptoragonisten lediglich eine geringe, aber signifikante Reduktion des Exazerbationsrisikos zu beobachten.
Potenzieller Mehrwert bei Diabetes und COPD
Die Analyse legt nahe, dass SGLT2i bei Patient:innen mit Typ-2-Diabetes und COPD einen zusätzlichen therapeutischen Nutzen bieten könnten. Neben der verbesserten Blutzuckerkontrolle scheint auch das Risiko für akute COPD-Verschlechterungen reduziert zu werden. Die Autor:innen betonen jedoch, dass zur Bestätigung der Ergebnisse und zur Klärung möglicher Wirkmechanismen weitere randomisierte, kontrollierte Studien notwendig sind.
Die Studie erschien unter dem Namen „Impact of SGLT-2i on COPD exacerbations in patients with type 2 diabetes mellitus: A systematic review and meta-analysis” im Journal „Diabetes&Metabolism“.
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