Der aktuelle Ausbruch des Bundibugyo-Ebolavirus wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als internationale Gesundheitsnotlage (PHEIC) eingestuft. Nach mehr als 900 Verdachtsfällen und über 220 Todesfällen haben Moderna und die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) ihre Zusammenarbeit zur Entwicklung eines mRNA-Impfstoffkandidaten ausgeweitet.
Moderna und die Forschungsallianz Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) erweitern ihre strategische Zusammenarbeit, um die Entwicklung eines Impfstoffkandidaten gegen das Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV) zu beschleunigen. Für diesen spezifischen Ebola-Erreger gibt es aktuell noch keinen zugelassenen Impfstoff. Bisher wurden mehr als 900 Verdachtsfälle und über 220 mutmaßliche Todesfälle im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch registriert.
Bewährte Technologie
Somit sollen etwa 50 Millionen US-Dollar in die präklinische Entwicklung, eine Phase-1-Studie sowie in die parallele Produktion von Impfstoffdosen fließen. Die nächsten Schritte: Bei positiven Daten aus Phase 1 soll das Programm direkt in großangelegte Phase-2/3-Studien übergehen können.
Der Impfstoff basiert auf Modernas bekannter mRNA-Technik, die bereits während der Covid-19-Pandemie genutzt wurde. Das Programm baut zudem auf den bestehenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Moderna im Bereich der Filoviren, einschließlich Ebola-verwandter Viren, auf.
Rennen gegen tödliches Virus
„Wir bei Moderna glauben, dass unsere mRNA-Plattform eine wichtige Rolle bei der schnellen Reaktion auf aufkommende Infektionskrankheiten spielen kann“, erklärt Stéphane Bancel, Chief Executive Officer von Moderna. „Da sich das Bundibugyo-Virus schnell ausbreitet und keine zugelassenen Impfstoffe zur Verfügung stehen, zählt im Rennen gegen diese tödliche Krankheit jeder Tag“, fügt Dr. Richard Hatchett, CEO von CEPI, hinzu. „Die dringende Finanzierung und Unterstützung von CEPI zielt darauf ab, sichere und wirksame Impfstoffe voranzutreiben, um diese Epidemie unter Kontrolle zu bringen.“
Zudem hatte die WHO in der vergangenen Woche empfohlen, bei der Behandlung und Prävention des Bundibugyo-Virus mehreren experimentellen Medikamenten Vorrang einzuräumen. Dazu zählen Antikörper, antivirale Mittel und Impfstoffe. Der Pandemiefonds der Weltbank kündigte zudem in der Vorwoche Zuschüsse in Höhe von maximal 220,6 Millionen Dollar an, um gravierende Lücken bei der Bekämpfung des Ausbruchs zu schließen.
Schützen vorhandene Impfstoffe vor Bundibugyo?
Möglicherweise ein wenig. Zwischen dem Ebolavirus (EBOV) und dem Bundibugyo-Virus bestehe eine enge Verwandtschaft, erläutert die Pharmazeutin Professor Dr. Clara Schoeder vom Institut für Wirkstoffentwicklung der Universität Leipzig. Daher könnten gebildete Antikörper möglicherweise die Erreger neutralisieren. Wie ausgeprägt eine solche Wirkung ist, weiß jedoch niemand. In einer kleinen Studie, veröffentlicht 2011, überlebten zwar drei von vier mit einem sogenannten rVSV-EBOV-Präparat geimpften Rhesusaffen die Infektion, aber auch sie erkrankten.
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