Ebola: WHO ruft internationale Gesundheitsnotlage aus


Redaktion

Bei einem Ebola-Ausbruch in Westafrika starben 2014 und 2015 mehr als 11.000 Menschen.AdobeStock_508259006/hectorchristiaen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der Ebola-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda eine internationale Gesundheitsnotlage erklärt. Ziel der Maßnahme sei es unter anderem, die Aufmerksamkeit der Nachbarstaaten zu erhöhen und internationale Unterstützung zu koordinieren. Gleichzeitig betonte die WHO, dass es sich dabei nicht um einen Pandemie-Alarm handle.

Bisher seien in der Provinz Ituri im Nordosten des Kongo acht nachgewiesene und 246 mutmaßliche Fälle der gefährlichen Fieberkrankheit aufgetreten, hieß es. Zusätzlich sei bereits ein Fall in der weit entfernten Hauptstadt Kinshasa nachgewiesen worden. Zudem seien zwei infizierte Personen aus dem Kongo nach Uganda gereist. Die WHO berichtete von bisher 80 mutmaßlichen Ebola-Todesfällen in Ituri. Einer der reisenden Personen sei ebenfalls verstorben.

WHO: Ausbruch könnte viel größer sein als bekannt

Der ansteigende Trend von Verdachts- und Todesfällen in Ituri weise darauf hin, „dass der Ausbruch möglicherweise viel größer ist als bisher entdeckt und berichtet“ hieß es von der WHO. Deshalb bestehe ein beträchtliches Risiko für eine lokale und regionale Ausbreitung des Virus. Die Provinz Ituri grenzt auch an den Südsudan.

Zusätzlich habe man es in dem am meisten betroffenen Gebiet mit einer fragilen Sicherheitslage, einer humanitären Krise und starken Bevölkerungsbewegungen zu tun. Zudem gebe es keinen zugelassenen Impfstoff für den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus, der hinter dem Ausbruch steckt. Deshalb handle es sich um ein „aussergewöhnliches Ereignis“. Allerdings hat die Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent als der Zaire-Stamm mit bis zu 90 Prozent.

Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor hat es laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC Ausbrüche der Bundibugyo-Variante gegeben: im Jahr 2007 in Uganda mit 37 Toten sowie 2012 im Kongo mit 29 Todesfällen.

In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. In der Demokratischen Republik Kongo starben beim letzten Ebola-Ausbruch in der südwestlichen Provinz Kasaï 45 Menschen zwischen September und Dezember 2025.

Letale Infektionskrankheit

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Die Viruserkrankung (Ebola) wird durch Ebola-Viren verursacht. Die Erkrankung verläuft je nach Virus-Variante in 25 bis 90 Prozent der Fälle tödlich. Die Übertragung erfolgt über direkten Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten von lebenden oder toten infizierten Menschen. In Österreich heimische Wildtiere und Haustiere tragen keine Ebolaviren in sich, heißt es auf der Seite des Bundesministerium für Gesundheit (BASGPK).

Erste Krankheitszeichen treten nach mindestens zwei und höchstens 21 Tagen auf. Durchschnittlich beträgt die Inkubationszeit jedoch 8 bis 10 Tage. Betroffene sind ansteckend, sobald sie Symptome entwickeln und so lange sie an Fieber leiden. In Samenflüssigkeit können die Viren sogar noch bis zu drei Monate nach der Genesung nachgewiesen werden.

Die ersten Symptome ähneln einem grippalen Infekt: plötzlich eintretendes hohes Fieber, Gliederschmerzen, Schwächegefühl, Kopf- und Halsschmerzen. Danach ist die Erkrankung durch Erbrechen, Durchfall, Ausschlag sowie Leber- und Nierenfunktionsstörungen gekennzeichnet. Infizierte können auch unter starken inneren und äußeren Blutungen sowie Multiorganversagen leiden. Daher endet die Krankheit oft letal.

APAMED



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