„Ziemlich tödlich“: Trump will weniger Kinderimpfungen


Redaktion

Kleines Mädchen hält einen Teddy im Arm und schaut durch die Finger auf den Arm, der gerade geimpft wird.
Trump will nicht nur weniger Impfempfehlungen, sondern Impfungen teilweise auch zeitlich getrennt verabreichen lassen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass beispielsweise für Masern, Mumps und Röteln derzeit keine Einzelimpfstoffe verfügbar sind.Konstantin Yuganov/AdobeStock_227063794

US-Präsident Donald Trump will die Impfempfehlungen für Kinder deutlich einschränken und Kombinationsimpfungen künftig auf mehrere Arztbesuche aufteilen. Eine neue Anordnung sieht vor, dass nur noch Impfungen gegen elf Krankheiten als zentrale Empfehlungen für alle Kinder gelten sollen. Welche konkreten Auswirkungen die Anordnung haben wird, war zunächst unklar.

Ein ähnlicher Umbau war im März von einem Bundesgericht vorläufig gestoppt worden, zudem liegen viele Impfregeln bei den Bundesstaaten. Impfungen etwa gegen Hepatitis B, Covid-19 und Grippe sollten demnach nicht mehr pauschal für alle Kinder empfohlen werden. Eltern könnten sich aber weiterhin für sämtliche Impfungen entscheiden, betonte Trump bei der Unterzeichnung der Anordnung im Weißen Haus. Die Impfungen sollten nach Angaben der Regierung auch weiterhin von Versicherungen übernommen werden.

Kombi-Impfungen könnten ziemlich tödlich“ sein

Trump forderte zudem, den kombinierten MMR-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln künftig möglichst in drei einzelne Impfungen aufzuteilen und diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu verabreichen. Zusammen könnten die Impfstoffe möglicherweise ziemlich tödlich“ sein, sagte Trump. Auf die Frage eines Journalisten, ob es dafür Belege gebe, antwortete er: Nein.“ Er habe aber von Menschen gehört, die dies behaupteten.

Trump brachte den neuen Kurs auch mit der Debatte über Autismus in Verbindung und sagte, weniger und zeitlich getrennte Impfungen könnten die Zahl der Autismus-Diagnosen möglicherweise senken.

Zeitlich getrennte Impfungen

Für einen besonderen Nutzen einer Aufteilung des MMR-Impfstoffs gibt es nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC keine wissenschaftlichen Belege. Einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus belegen große wissenschaftliche Untersuchungen nicht.

Einzelimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln sind in den USA derzeit nicht verfügbar. Gesundheitsexperten warnen, dass zusätzliche Arzttermine dazu führen könnten, dass Kinder länger ungeschützt bleiben oder spätere Impfungen ausfallen.

APA



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