World Patient Safety Day: Arzneimittel verfügbar halten


Redaktion

Das diesjährige Motto lautet: „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“ Dazu zählen auch die Medikamentensicherheit und die verlässliche Verfügbarkeit von Therapien.AdobeStock_724170566/Rochu_2008

Zum World Patient Safety Day am 17. September rückt die PHARMIG die Verfügbarkeit von Arzneimitteln in den Fokus. Geopolitische Krisen, Lieferkettenprobleme und wirtschaftlicher Druck gefährden aus Sicht des Verbands zunehmend die Versorgung. In Österreich würden zudem monatlich bis zu 20 Produkte aus dem Erstattungskodex fallen.

Der World Patient Safety Day steht heuer unter dem Motto „Safe care for life!“ und legt den Schwerpunkt auf die sichere Versorgung von Menschen mit chronischen, nicht übertragbaren Erkrankungen.

Die PHARMIG betont, dass eine sichere Versorgung mehrere Aspekte hat: Unter anderem die Medikamentensicherheit, ein möglichst breites Angebot von Therapien und deren verlässliche Verfügbarkeit. Während die Sicherheit von Medikamenten über ihren gesamten Lebenszyklus engmaschig überwacht würden, seien die Arzneimittelvielfalt und eine verlässliche Verfügbarkeit in einem hohen Maße von externen Faktoren abhängig. Umso wichtiger sind laut der Interessenvertretung folglich stabile Rahmenbedingungen für pharmazeutische Unternehmen sowie politische Initiativen, die Europa als Forschungs- und Produktionsstandort stärken.

Versorgung mit Arzneimitteln erschwert

Dazu sagt Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG: Geopolitische Krisen, Abhängigkeiten in globalen Lieferketten und wirtschaftlicher Druck erschweren zunehmend eine problemlose Versorgung mit Arzneimitteln. Zudem fallen in Österreich monatlich bis zu 20 Produkte aus dem Erstattungskodex und damit aus der Versorgung, weil häufig die erzielbaren Preise die Kosten für die Unternehmen nicht mehr decken. Dadurch verringert sich die Arzneimittelvielfalt, was wiederum zu Lasten der Patientinnen und Patienten geht und zeigt, wie wichtig Standortpolitik für die Versorgung ist.

Eine solche Standortpolitik dürfe aber nicht nur darauf abzielen, durch mehr Forschung und Produktion innerhalb Europas die Abhängigkeit von anderen Regionen zu reduzieren, heißt es weiters. Wesentliches Merkmal eines attraktiven Standortes ist für pharmazeutische Unternehmen auch eine Preis- und Erstattungspolitik, die den Wert und Nutzen von Arzneimitteln anerkennt, sowohl von bewährten wie auch im speziellen von innovativen, gibt die PHARMIG zu bedenken. „In diesem Sinne muss eine solche Strategie alle drei Bereiche umfassen, die Forschung, die Produktion und den Marktzugang“, betont Herzog.

Life-Sciences-Strategie für Österreich erfreulich

Erfreulich sei, dass auf wirtschaftspolitischer Ebene bereits an einer Life-Sciences-Strategie für Österreich gearbeitet wird, so Herzog. „Diese muss aber auch in die Umsetzung gebracht werden, damit sie ihre Wirkung entfalten kann. Davon profitiert nicht nur die Wirtschaft, sondern insbesondere die Medikamentenversorgung und damit nicht zuletzt die Sicherheit der Patientinnen und Patienten, wenn ihre Therapien zeitnah verfügbar sind und sie auch dem modernsten Stand der Medikamentenforschung entsprechen“, erklärt er.

Aktionstag seit 2019

Der World Patient Safety Day (Welttag der Patientensicherheit) findet jedes Jahr am 17. September statt und gehört zu den internationalen Gesundheitstagen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Ziel ist es, weltweit auf die Bedeutung einer sicheren Gesundheitsversorgung aufmerksam zu machen und Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit zu fördern. Erstmals wurde der Aktionstag 2019 ausgerufen.

Die PHARMIG ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Die PHARMIG und ihre Mitgliedsfirmen haben die bestmögliche Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen im Fokus und möchten durch Qualität und Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt sichern.

APA



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