Richter Pharma wächst weiter und verdreifacht Produktion


Nadine Tröbitscher

Richter Pharma AG: Wirtschaftspressekonferenz 2026
Für 2025 kann Richter Pharma insgesamt eine sehr positive Konzernbilanz ziehen.Foto: Richter Pharma/APA-Fotoservice/Jürgen Grünwald

Richter Pharma mit Sitz in Wels feiert heuer ihr 450-jähriges Jubiläum. Das Familienunternehmen erreichte mit seinen vier Geschäftsfeldern neue Höchststände bei Umsatz und Beschäftigtenzahl und setzte nachhaltige Impulse für Innovation, Digitalisierung und Versorgungssicherheit am Standort Oberösterreich

Richter Pharma zählt zu den wenigen namhaften Pharmaproduzenten in österreichischer Hand und zu den führenden Distributoren im Pharmabereich. Das Unternehmen ist in vier Geschäftsfeldern tätig:

  • Produktion veterinärmedizinischer Arzneimittel
  • Herstellung von sterilen Injektionslösungen
  • Nahrungsergänzungsmittel für den Humanbereich
  • vollsortierter nationaler Pharmahändler für Mensch und Tier

„Wir arbeiten täglich daran, die Versorgung im Human- und Veterinärbereich auf hohem Niveau sicherzustellen und weiter zu verbessern“, betont CEO Roland Huemer. „Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine große Herausforderung.“ Vor allem in Teilsegmenten wachse der Druck durch steigende Kosten und staatliche Preisdeckelungen.

„Wir warnen vor der Entwicklung bei niedrigpreisigen Humanarzneimitteln. Denn mangels freier Preiskalkulation wird es für Hersteller, Großhändler und Apotheken immer herausfordernder, hier die Versorgung sicher zu stellen“, mahnt Huemer. Dies könne spürbar negative Auswirkungen für Patient:innen haben. „Die zuverlässige und rasche Verfügbarkeit aller Medikamente könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Eine Lösung wäre die gesetzliche Möglichkeit der Indexanpassung sowie eine Neuregelung der Vergütung für den Pharmagroßhandel.“

Für 2025 kann Richter Pharma insgesamt eine sehr positive Konzernbilanz ziehen:

  • Die Zahl der Mitarbeiter:innen erhöhte sich auf 491.
  • Der Konzernumsatz stieg auf 941 Millionen Euro.
  • Das EBT lag bei rund 12,5 Millionen Euro, das EBITDA bei 18,2 Millionen Euro.

„Das sind Top-Werte, die wir gemeinsam als Team erreicht haben und auf die wir sehr stolz sind“, betont Huemer. „Gleichzeitig zeigt der im Verhältnis zum Umsatz begrenzte Ertrag, wie stark Teile der Gesundheitsversorgung unter wirtschaftlichem Druck stehen. Das ist einer der Gründe, warum wir uns strategisch immer stärker Richtung Hersteller entwickeln.“

Gemeinsame Mission: „Europa zum starken Player der Pharmaforschung und Medikamentenproduktion machen“

Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen zeigen nach der Coronakrise erneut den Handlungsbedarf Europas, zentrale Säulen seiner medizinischen Versorgungssicherheit zu stärken. Dazu zähle vor allem die Entwicklung und Produktion von Medikamenten und Wirkstoffen vor Ort. „Europa muss im Bereich der Human- und Veterinärmedizin wieder eine tragende Rolle
übernehmen und Produktionskapazitäten sichern bzw. zurückholen“, betont Huemer.

Dafür brauche es ein enges Zusammenspiel zwischen Politik, Pharmabranche und leistungsstarken Leitbetrieben. „Wir brauchen für Österreich eine langfristig ausgerichtete Life-Sciences-Strategie, die den Standort für Forschung und Produktion noch attraktiver macht.“

In der Tiergesundheit ist Richter Pharma 2025 diesen wichtigen Entwicklungsschritt bereits gegangen: Die Tochtergesellschaft VetViva Richter in Wels nahm ihren neuen Produktionskomplex mit einem Investitionsvolumen von 35 Millionen Euro in Betrieb. Damit verdreifacht das Unternehmen seine Produktionskapazitäten im veterinärmedizinischen Bereich und baut seine Kompetenz bei Schmerzmitteln für Tiere weiter aus. Bis 2030 werden es 1.500 Produktzulassungen sein – ein für die Branche großer Wert.

Auch im Bereich Humanmedizin setzt Richter Pharma im Bereich der Immunstärkung nachhaltige Wachstumsschritte. So wird die Produktlinie Supamun sukzessive erweitert und weitere Spezialnahrungsergänzungsmittel sind in Entwicklung. Zudem ist eine leistungsfähige Pharmalogistik eine weitere wichtige Säule der Versorgungssicherheit. Richter Pharma übernimmt hier mit der Pharma Logistik Austria umfassende Leistungen für das Gesundheitssystem. Pharma Logistik Austria feiert dieser Tage ihr 20-jähriges Bestehen.

„Vorne bleiben“

Gesundheit ist und bleibt ein zentrales Thema unserer Gesellschaft. Wirksame Medikamente, moderne Therapien sowie eine sichere und verlässliche Versorgung sind zentrale Pfeiler einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung, so Richter Pharma. „Wer international vorne bleiben will, muss sich kontinuierlich weiterentwickeln, Innovationen vorantreiben und konsequent an Verbesserungen arbeiten.“

Richter Pharma setzt auf Forschungs- und Wirtschaftsstandort Österreich

„Allein durch unsere neue VetViva-Produktion werden wir in diesem Bereich bis 2030 170 attraktive Arbeitsplätze sichern“, so Huemer. „Erfolg ist aber kein Selbstläufer. Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes und
die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems müssen im Schulterschluss mit der Politik derzeit hart erarbeitet werden.“



Newsletter

Bleiben Sie stets informiert!