Eigentlich ist Ende September die Zeit, in der Expert:innen und öffentliche Stellen dazu aufrufen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Dies gilt vor allem für vulnerable und ältere Personen sowie für die „Multi-Spreader“: Kinder und Jugendliche. Doch Aktionen – beispielsweise Impftage auf öffentlichen Plätzen in den Bezirken Kufstein, Schwaz und Kitzbühel für die breite Bevölkerung – mussten nun mangels Impfstoffs abgesagt werden.
Grund sei, dass das genaue Lieferdatum von einem der drei benötigten Impfstoffe noch nicht bekannt sei. Eine zeitgerechte Planung der Tour sei so nicht gewährleistet gewesen, heißt es von der Österreichischen Gesellschaft vom Goldenen Kreuze (ÖGGK).
„Nachdem für keine Institution und keine:n Ärzt:in die spezifischen Impfstoffe in Österreich erhältlich sind, sehen wir uns – in enger Abstimmung mit der Abteilung öffentliche Gesundheit Tirol – leider gezwungen, die Termine im öffentlichen Raum abzusagen“, bedauert Mag. Erika Sander, Generalsekretärin der ÖGGK.
Das Gesundheitsministerium betonte jedoch, dass kein Grund zur Besorgnis für die Bevölkerung bestehe. Für die Allgemeinheit stehe der betroffene Impfstoff rechtzeitig vor Beginn der Influenza-Saison bereit.
Doch immerhin diese Aktion klappt: Die ÖGGK unterstützt das Schulimpfprojekt des Landes Tirol. An fast 100 Schulen kann so in den kommenden Wochen mit dem ÖGGK Health Mobil geimpft werden. In den Bezirken Schwaz, Kufstein und Kitzbühel läuft das Projekt trotz des Engpasses: „Größtenteils werden die Kinder und Jugendlichen mit dem nasalen Impfstoff immunisiert, der sehr wohl verfügbar ist“, erklärt Sander.
„Für jene Schüler:innen, die diese spezielle Anwendung nicht in Anspruch nehmen können oder wollen, konnten wir geringe Mengen des injizierbaren Impfstoffs aus einem anderen europäischen Land besorgen. Diese Kosten übernimmt die ÖGGK im Sinne der Gemeinnützigkeit, um das Projekt nicht zu gefährden“, so Sander weiter.
„Wir freuen uns sehr, dass es trotz aller Widrigkeiten gelungen ist, das Tiroler Schulimpfprojekt gegen Influenza durchzuführen“, sagt Dr. Barbara Schmid, Amtsärztin des Landes Tirol. „Es kann wesentlich dazu beitragen, das Bewusstsein für die echte Grippe zu schärfen und die Impfquote in Tirol zu steigern. Deshalb unterstütze ich diese Initiative sehr. Denn je einfacher das Impfen gemacht wird, umso besser wird diese wichtige Vorsorgemaßnahme angenommen – im Interesse der Kinder und Jugendlichen, aber auch zum Schutz von vulnerablen Personen wie älteren oder kranken Menschen im familiären Umfeld. Vereinfacht gesagt: Jedes geimpfte Kind schützt auch seine Großeltern oder ein krankes Familienmitglied. Das kann bei der nächsten Grippewelle von großem Wert sein.“
Das Nationale Impfgremium empfiehlt die Grippeimpfung für alle ab dem Alter von 6 Monaten. Für Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren steht vorzugsweise die nasale Impfung zur Verfügung.
Beteiligt am Schulimpfprojekt ist auch die Apothekerkammer Tirol sowie die Hersteller AstraZeneca und Viatris.
