Aktuelle Engpässe belasten Patient:innen und haben auch großen Einfluss auf die tägliche Arbeit an der Tara. Die Lage sei „nicht gut“, erklärte nun auch Monika Vögele vom Verband der österreichischen Arzneimittelvollgroßhändler (Phago) gegenüber dem ORF, mit dem Blick auf Psychopharmaka.
Es geht um die Bevorratung von Neuroleptika, bei gewissen Antipsychotika gibt es schon länger Lieferschwierigkeiten – wie bei Quetiapin, insbesondere in der retardierten Form, heißt es beim ORF.
Auch Dr. Gerald Grundschober, ärztlicher Leiter der Fachklinik für psychiatrische Rehabilitation im niederösterreichischen Hollenburg, kommt im Beitrag zu Wort. Er behandle bis zu 30 Prozent seiner Patient:innen mit Quetiapin, etwa gegen Depressionen und Angstzustände. Würden seine Patient:innen aufgrund des Mangels auf eineverfügbare, nicht retardierte Form umgestellt werden müssen, drohe ein veränderter Einnahmerhythmus, was für psychisch belastete Menschen eine zusätzliche Belastung darstelle, die ohnehin schon Bedenken wegen potenzieller Nebenwirkungen hätten.
Dr. Günter Klug, Psychiater und Obmann von pro mente Austria, dem österreichischen Dachverband der Vereine und Gesellschaften für psychische und soziale Gesundheit, gibt zudem zu bedenken, dass vielen Betroffenen die Kraft fehle, mehrere Apotheken aufzusuchen, um ihr Arzneimittel irgendwo zu bekommen. Hilfreich wäre hier ein Austausch beispielsweise mit den Krankenhausapotheken.
Auch die Apothekerkammer habe gegenüber dem ORF die schwierige Lage bestätigt. Teilweise sei eine Fachkraft den ganzen Tag damit beschäftigt, Lieferengpässe zu kompensieren. Zudem werde Betroffenen die „ApoApp“ empfohlen, wo nachgeschaut werden könne, welche Apotheke welche Medikamente aktuell vorrätig hat.
Auch das Vertriebseinschränkungsregister des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) markiert die Quetiapin-Retardtabletten als nicht verfügbar; Grundschober erhielt Mitte Juli die Antwort, dass die Arzneimittel bis bis Anfang Oktober wieder lieferbar sein sollten. Inzwischen zeige das Register eine Spanne von bis März 2027. Der Grund: Verzögerungen bei der Herstellung.
