Eine aktuelle Metaanalyse belegt einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Schwere depressiver Symptome und Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz sowie erhöhten Blutzuckerwerten. Die Untersuchung zeigt zudem, dass Betroffene häufiger massive Abweichungen bei den Blutfettwerten aufweisen.
Die Untersuchung beruht auf der Auswertung von 28 Studien bis Mai 2025, an denen Erwachsene mit Depressionen oder bipolaren Störungen teilnahmen.
Teufelskreis auf Entzündung und Depression
Als biologische Ursache für die wechselseitige Verbindung wurden dauerhafte, leichte Entzündungen im Körper identifiziert. Diese wirken wie ein Bindeglied zwischen Psyche und Stoffwechsel und erzeugen einen Teufelskreis, in dem sich seelische und körperliche Leiden gegenseitig verstärken.
Depressive haben höhere Blutzuckerwerte
Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit schwereren depressiven Phasen nicht nur einen höheren Nüchternblutzucker-Spiegel, sondern auch ausgeprägte Fettstoffwechselstörungen haben.
Von allen untersuchten Fettwerten hingen niedrige HDL-Werte am engsten mit der Schwere der Symptome zusammen. Der Mangel an schützendem HDL-Cholesterin ist für diesen Patiententyp besonders kennzeichnend, während Zusammenhänge mit erhöhten Triglyzeriden und LDL-Werten ebenfalls beobachtet wurden.
Dieser Effekt wird durch Faktoren wie Alter und Geschlecht moduliert und kann durch die Einnahme bestimmter Medikamente zusätzlich beeinflusst werden. Da diese metabolischen Faktoren die Reaktion auf herkömmliche Antidepressiva verschlechtern, empfehlen die Forschenden eine regelmäßige metabolische Kontrolle.
GLP-1 als Behandlungsoption?
Die Studienergebnisse legen laut der Wissenschaftler:innen nahe, dass bei diesem immun-metabolischen Typ der Depression neue Behandlungswege – etwa durch Diabetes-Medikamente wie GLP-1-Rezeptor-Agonisten – künftig eine zentrale Rolle spielen könnten.
Die Studie mit dem Titel „The association between depressive symptom severity and metabolic disturbances in major depressive and bipolar disorders: A systematic review and meta-analysis“ wurde unter der Leitung der University of Toronto veröffentlicht und ist kürzlich im Journal of Affective Disorders erschienen.
