Apothekerkammer: Bitte auch Influenza-Impfungen!


Redaktion

Symblbild impfen, Frau bekommt Spritze in den Oberarm
Die Österreichische Apothekerkammer freut sich über den ersten Schritt beim Impfen, fordert aber weitere Impfungen.Africa Studio – stock.adobe.com

Ab dem kommenden Jahr sollen auch Apotheken impfen dürfen, verkündete heute Vormittag Gesundheitsministerin Korinna Schumann. Die Österreichische Apothekerkammer freut sich über diesen Schritt, fordert aber auch eine Ausweitung der bisher vorgesehenen Impf-Möglichkeiten auf alle nicht-lebenden Impfstoffe.

Der heuer vorgestellte Gesetzentwurf sieht zunächst einmal Impfungen gegen FSME, Hepatitis B, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio vor, die in Apotheken Personen ab Vollendung des 14. Lebensjahres verabreicht werden können.

„Impfen ist die wichtigste und wirksamste Präventionsmaßnahme, die wir haben. Das Impfen in Apotheken ist international eine Erfolgsgeschichte: Es erhöht nachweislich die Durchimpfungsraten und erreicht Menschen, die sonst ungeimpft blieben“, meint Gerhard Kobinger, 2. Vizepräsident der Kammer. 

Es sei sehr zu begrüßen, dass Österreich hier nun nachziehe. Aber: „Der vorliegende Entwurf ist ein richtiger erster Schritt, aber eben nur ein erster. Einige geplante Regelungen sind sachlich schwer nachvollziehbar. Die niedrigen Durchimpfungsraten in Österreich geben uns allen zu denken. Bei bis zu 600.000 persönlichen Kontakten am Tag erreichen wir in den Apotheken auch jene Menschen, die sich bisher nicht haben impfen lassen. Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf schränkt die Politik das Potenzial der Apotheken ein und lässt Chancen für höhere Durchimpfungsraten ungenutzt“, kritisiert Kobinger.

Influenza-Impfung fehlt

Es brauche daher so schnell wie möglich eine Ausweitung auf alle nicht-lebenden Impfstoffe. „Vor allem die Influenza-Impfung wäre dringend hinzuzufügen. Denn gerade hier zeigt sich, was Apotheken leisten können“, gibt Kammer-Präsidiumsmitglied Susanne Ergott-Badawi mit Verweis auf andere Länder zu bedenken. „In Deutschland wurde die Beschränkung auf einzelne Impfungen wieder aufgehoben, heute sind alle Totimpfstoffe in der Apotheke erlaubt. Es wäre einfach fahrlässig, in Österreich einen Weg einzuschlagen, den Deutschland bereits korrigieren musste“.

Die Kritik an der Impfausbildung der Apotheker:innen sei haltlos: „Die Ausbildung wurde gemeinsam mit internationalen Impfexpertinnen und -experten entwickelt und österreichweit einheitlich umgesetzt. Mehr als 3000 Apothekerinnen und Apotheker haben die erforderliche Impfausbildung bereits absolviert. Die Impffortbildung orientiert sich an internationalen Best Practices und beinhaltet umfassende Theorie wie Immunologie, Impfstoffe und Impftauglichkeit, praktische Ausbildung in Impftechnik sowie Schulung in spezifischer Erste-Hilfe und im Notfallmanagement“, heißt es von den beiden Kammervertretern

Beim Impfangebot gelte das Prinzip: sicher, wohnortnah und vielfältig. Die noch vorgesehenen Beschränkungen im Gesetzesentwurf seien daher zu korrigieren, „damit das Impfen in Apotheken auch in Österreich zur Erfolgsgeschichte wird und nicht auf halber Strecke stehen bleibe“.



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