Drei Fehler die Pickel verschlimmern


Sanja Agatic

Symbolbild: Mehrere entzündete Pickel sind im Wangen- und Kinnbereich sichtbar.
Nicht jede Sofortmaßnahme hilft bei Pickeln, eine gezielte Behandlung mit passenden Wirkstoffen ist oft wirksamer als aggressive Hausmittel oder zu viele Pflegeprodukte. Foto:stock.adobe.com/MR

Ein Pickel taucht oft genau dann auf, wenn man ihn am wenigsten gebrauchen kann. Um ihn möglichst schnell verschwinden zu lassen, greifen viele zu vermeintlichen Soforthelfern, doch genau diese Maßnahmen können die Haut zusätzlich reizen und die Abheilung verzögern. Entscheidend ist nicht, möglichst viel aufzutragen, sondern die Ursache gezielt zu behandeln.

Fehler 1: Den Pickel austrocknen

Der Gedanke liegt nahe: Je trockener der Pickel, desto schneller verschwindet er. Tatsächlich können hochprozentiger Alkohol, Zahnpasta oder stark entfettende Produkte die Hautbarriere schädigen. Die Folge sind Rötungen, Spannungsgefühle und kleine Mirkoverletzungen, durch die Reizstoffe leichter eindringen können. Für die punktuelle Behandlung entzündeter Pickel gelten Wirkstoffe wie Benzoylperoxid als gut untersucht. Es reduziert Cutibacterium acnes, wirkt entzündungshemmend und kann verstopfte Poren lösen. Salicylsäure (BHA) unterstützt zusätzlich die Ablösung abgestorbener Hautzellen und hilft, Poren freizuhalten.

Fehler 2: Unreinheiten unter Make-up verstecken

Make-up verschlimmert Pickel nicht grundsätzlich. Entscheidend sind die Formulierung und das Abschminken. Werden mehrere Schichten stark deckender Produkte aufgetragen oder das Make-up nicht vollständig entfernt, können Schweiß, Talg und abgestorbene Hautzellen länger auf der Haut verbleiben. Das kann bestehende Unreinheiten zusätzlich begünstigen.

Nicht komedogene Produkte sind für zu Unreinheit neigende Haut meist die bessere Wahl. Ebenso wichtig ist eine gründliche, aber milde Reinigung am Abend, ohne die Haut übermäßig zu entfetten.

Fehler 3: Zu viele Wirkstoffe gleichzeitig verwenden

In Social Media kursieren zahlreiche Routinen, bei denen Benzoylperoxid, Salicylsäure, Retinol, Fruchtsäuren und weitere Wirkstoffe gleichzeitig angewendet werden. Für die Haut bedeutet das häufig vor allem eines: Stress. Wer mehrere starke Wirkstoffe gleichzeitig kombiniert, riskiert Hautreizungen, Schuppungen und eine geschwächte Hautbarriere. Gerade bei einem einzelnen Pickel bringt eine gezielte Behandlung oft mehr als ein umfangreiches Wirkstoffprogramm.

Welche Behandlung geeignet ist, hängt von der Art der Unreinheit ab. Salicylsäure eignet sich besonders bei Mitessern und verstopften Poren, während Benzoylperoxid vor allem bei entzündeten Pickeln eingesetzt wird. Azelainsäure kann zusätzlich Rötungen lindern und gegen Pickelmale wirken. Auch Hydrocolloid-Patches können sinnvoll sein. Sie schützen den Pickel vor Berührungen und können verhindern, dass an der Haut manipuliert wird. Bei tief liegenden, noch nicht geöffneten Entzündungen ersetzen sie jedoch keine gezielte Wirkstoffbehandlung.

Weniger ist oft mehr

Ein einzelner Pickel verschwindet selten schneller, wenn möglichst viele Produkte gleichzeitig verwendet werden. Im Gegenteil: Eine intakte Hautbarriere ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Entzündungen abklingen können. Wer auf wenige, wissenschaftlich gut untersuchte Wirkstoffe setzt und der Haut Zeit zur Regeneration gibt, erreicht häufig das bessere Ergebnis.



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