Nasenduschen: Isoton oder hyperton?


Sanja Agatic

Symbolbild: Eine Frau die eine Nasenspülung verwendet.
Isotone und hypertone Nasenspüllösungen unterscheiden sich in ihrer Salzkonzentration und damit auch in ihrer Wirkung auf die Nasenschleimhaut.Foto:stock.adobe.com/Anastasiia

Nasenduschen können Sekret, Pollen und Krusten aus der Nase spülen und die Schleimhäute befeuchten. Dafür wird das Nasenspülsalz in Wasser aufgelöst. Hier gibt es jedoch Unterschiede: Je nach Zusammensetzung und Konzentration entsteht eine isotone oder hypertone Spüllösung mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Bei einer Nasendusche wird das dafür vorgesehene Nasenspülsalz zunächst in der angegebenen Menge Wasser vollständig aufgelöst. Die fertig Lösung fließt durch die Nasenhöhle und nimmt dabei Sekret, Krusten und eingeatmete Partikel mit. Gleichzeitig wird die Schleimhaut befeuchtet.

Spülen statt sprühen

Anders als abschwellende Nasensprays wirkt eine Nasendusche nicht über einen gefäßverengenden Arzneistoff. Der Effekt beruht vor allem auf der mechanischen Reinigung und den Eigenschaften der verwendeten Salzlösung. Dass Nasenspülungen Beschwerden beeinflussen können, zeigt unter anderem der Cochrane-Review von Head und Kolleg:innen zur allergischen Rhinitis. Darin fanden sich Hinweise, dass Saluzspülungen nasale Beschwerden gegenüber keiner Spülung reduzieren können. Die Qualität der zugrunde liegenden Evidenz wurde allerdings als niedrig bis sehr gering eingestuft.

0,9 Prozent: Reinigung und Befeuchtung

Bei einer isotonischen Nasenspülung liegt die Salzkonzentration typischerweise bei etwa 0,9 Prozent Natriumchlorid beziehungsweise einer entsprechend eingestellten Salzkonzentration. Das entspricht 9 g Natriumchlorid pro Liter Wasser. Bei Nasenspülsalzen mit mehreren Bestandteilen kann die Zusammensetzung davon abweichen. Maßgeblich ist, dass die fertige Lösung hinsichtlich ihrer osmotischen Konzentration annähernd den Körperflüssigkeiten entspricht. Dadurch wird sie von der Nasenschleimhaut meist gut vertragen und eignet sich vor allem zur regelmäßigen Reinigung und Befeuchtung. 

Ob die fertige Lösung isoton ist, hängt vom richtigen Verhältnis zwischen Nasenspülsalz und Wasser ab. Vorgefertigte Portionsbeutel sind deshalb auf ein bestimmtes Füllvolumen abgestimmt. Wird weniger Wasser verwendet, steigt die Konzentration, bei zu viel Wasser fällt sie niedriger aus.

Hyperton: etwa 2 bis 3 Prozent

Bei einer hypertonen Nasenspüllösung liegt die Salzkonzentration oberhalb des isotonen Bereichs von rund 0,9 Prozent. In Studien und entsprechenden Produkten werden häufig Konzentrationen von etwa 2 bis 3 Prozent verwendet, eine 3-prozentig Natriumchloridlösung enthält beispielsweise 30 g Natriumchlorid pro Liter. Durch die höhere Konzentration entsteht ein osmotischer Effekt: Wasser wird aus dem geschwollenen Schleimhautgewebe in Richtung der stärker konzentrierten Salz-Lösung bewegt. Das kann die Abschwellung unterstützen. 

Die Metaanalyse „Hypertonic Saline Versus Isotonic Saline Nasal Irrigation“ von Kanjanawasee und Kolleg:innen, verglich hypertone mit isotonen Nasenspülungen bei Erkrankungen von Nase und Nasennebenhöhlen. Die hypertone Variante zeigte Vorteile bei einzelnen nasalen Beschwerden und bei der mukoziliären Clearance, dem körpereigenen Abtransport von Schleim und darin gebundenen Partikeln. Leichte unerwünschte Effekte traten allerdings häufiger auf.

Auch eine weitere Metaanalyse „Efficacy of nasal irrigation with hypretonic saline on chronic rhinosinusitis“ von Liu und Kolleg:innen, fand bei chronischer Rhinosinusitis Vorteile hypertoner Lösungen hinsichtlich nasaler Symptome und der Zilienfunktion. Der höhere Salzgehalt kann jedoch stärker brennen und empfindliche oder bereits gereizte Schleimhäute zusätzlich irritieren.

Auch die Salzmischung unterscheidet sich

Nasenspülsalz muss zudem nicht ausschließlich aus Natriumchlorid bestehen. Je nach Produkt können Salzmischungen mit weiteren Bestandteilen, etwa Natriumhydrogencarbonat zum Einsatz kommen. Für die Anwendung sollte die Mischung nicht eigenständig verändert werden. Einen halben Portionsbeutel abzuschätzen oder zusätzlich Salz beizumengen, macht aus einer standardisierten Mischung schnell eine Lösung mit unbekannter Konzentration.

Für die Spülung wird der Kopf über dem Waschbecken nach vorne und leicht zur Seite geneigt. Die Lösung läuft in ein Nasenloch hinein und über das andere wieder heraus, während durch den Mund geatmet wird. Starkes Drücken verbessert die Reinigung nicht und kann dazu führen, dass die Salzspülung in die Atemwege gelangt.

Ist die Nase vollständig blockiert, sollte die Flüssigkeit nicht mit Gewalt hindurchgepresst werden. Auch bei Schmerzen, starkem Druckgefühl in den Ohren oder wiederholtem Nasenbluten sollte die Anwendung unterbrochen und die Ursache abgeklärt werden. Nach Operationen an Nase oder Nebenhöhlen richtet sich die Anwendung nach den ärztlichen Vorgaben.



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